„Mehr als eine Masche“


Bitcoins sind mit Sicherheit eines: ein aufregendes Thema. Davon abgesehen gehen die Meinung über diese und andere so genannte Kryptowährungen weit auseinander. James Gorman, der Chef von Morgan Stanley, hat die virtuellen Münzen jetzt gegen Vorwürfe verteidigt.

„Das ist mehr als eine Masche“, sagte er laut der Nachrichtenagentur Bloomberg bei einer Veranstaltung in New York. Gorman sprach von einem „sehr interessanten“ Konzept. Er selber hat nach eigener Aussage nicht in Bitcoins investiert. Neugierig macht ihn vor allem die Frage, wie die Finanzaufseher damit umgehen werden.

Vor kurzem hatte Jamie Dimon ganz andere Töne angeschlagen. Der Chef von JP Morgan nannte Bitcoins „Betrug“ und kündigte an, jeden Mitarbeiter zu feuern, der damit handelt. Damit zog er sich jede Menge Kritik zu.



Die Anhänger der Kryptowährung warfen ihm vor, nicht verstanden zu haben, worum es überhaupt geht. Weil Bitcoins allein auf einer dezentral jedermann zugänglichen Software beruhen, ist ein Betrug im klassischen Sinn schwer zu unterstellen. Denn die Frage bleibt offen, wer eigentlich der Betrüger sein soll in einem System, wo alle dieselben Rechte und Möglichkeiten haben.

Ausschlag für Dimons Äußerungen haben unter anderem die starken Kursschwankungen der Bitcoins gegeben. Außerdem geben auch Anhänger der Kryptowährung zu, dass sie bisher vor allem aus spekulativen Gründen gekauft wird. Ihr langfristiger Nutzen sollte sich dagegen durch ihren Gebrauch im Zahlungsverkehr ergeben. Dabei haben sich allerdings einige technische Probleme gezeigt.

Bereits einmal hat sich von den Bitcoins eine Variante abgespalten, und ein zweiter Split steht möglicherweise bald bevor. Das liegt daran, dass die Software überlastet ist und die Abwicklung von Zahlungen viel länger dauert als gedacht. Das führte zu einem Streit darüber, wie die Kapazität erweitert werden soll. Ein Dauerproblem ist außerdem der hohe Energieverbrauch, der mit dem „Mining“, der Abstimmung der Zahlungen und der Schaffung neuer Bitcoins, verbunden ist.

Zurzeit hat sich der Kurs der „Münzen“ nach heftigen Schwankungen oberhalb von 4000 Dollar eingependelt. Insgesamt sind Bitcoins 68 Milliarden Dollar wert, und das entspricht knapp der Hälfte des Gesamtwerts der mehr als 100 weltweiten Kryptowährungen.

Die meisten Banken beschäftigen sich nur wenig mit Bitcoins, aber wesentlich mehr mit der Blockchain, der darunter liegenden Technik. Diese hat das Potenzial, die Abwicklung von Zahlungen und Wertpapiergeschäften erheblich zu vereinfachen. JP Morgan ist in dem Bereich an mehreren Projekten beteiligt.