Mehr Kinderkrankengeld für Eltern wegen Corona

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BERLIN (dpa-AFX) - Coronabedinger Kita- und Schulausfall hat in diesem Jahr zu einer deutlichen Steigerung beim Kinderkrankengeld geführt. Das geht aus einer Erhebung der Krankenkasse Barmer hervor, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. An diesem Donnerstag wollen SPD, Grüne und FDP eine Verlängerung der Ausweitung beim Kinderkrankengeld wegen der andauernden Pandemie auf den Weg bringen.

Laut der Auswertung der Krankenkasse wurden bis September fast 892 000 Kinderkrankengeldtage in einem Wert von 56,7 Millionen Euro von der Barmer bewilligt. Das umfasst Betreuung in der Pandemie und Tage, an denen ein Kind krank ist. Im gesamten Vorjahr waren es nur 566 000 Tage. Im Jahr 2019 hatten sich die Kinderkrankengeldtage auf rund 698 000 summiert. Barmer-Chef Christoph Straub sprach von einer "echten Entlastung für Eltern" durch das Kinderkrankengeld.

Seit Juni verzeichnete die Barmer einen starken Rückgang der Fälle pandemiebedingten Kinderkrankengelds. Grund dafür sei, dass die Schulen und Kitas nicht mehr bundesweit geschlossen waren.

Der Bundestag berät an diesem Donnerstag die Pläne von SPD, Grünen und FDP zur Änderung des Infektionsschutzgesetzes. Damit sollen auch die Sonderregelungen zum Kinderkrankengeld in das Jahr 2022 hinein verlängert werden, "um die nach wie vor auftretenden Covid-19-bedingten Schwierigkeiten bei der Betreuung von Kindern zu mildern", wie es in dem Gesetzentwurf heißt.

Die Politik hatte die Zahl der Kinderkrankentage im laufenden Jahr von sonst 10 auf 30 pro Elternteil verdreifacht. In der Pandemie wird die Leistung auch gewährt, wenn Schulen und Kitas schließen, nur Notbetrieb anbieten, die Präsenzpflicht aufgehoben wird oder wenn Kinder wegen Corona-Fällen nach Hause in Quarantäne geschickt werden. Das Kinderkrankengeld beträgt 90 Prozent des Nettoverdienstes.

Die Barmer hat rund 8,8 Millionen Versicherte.

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