Mehr als hundert Prominente fordern Freilassung von Wikileaks-Gründer

Mehr als hundert Politiker, Künstler und Medienschaffende haben in einem Appell die Freilassung von Wikileaks-Gründer Julian Assange aus britischer Haft gefordert. Assange werde in der Auslieferungshaft "unter unnötig belastenden Bedingungen isoliert und überwacht", die ihn sogar in "Lebensgefahr bringen könnten", betonen die Unterzeichner des am Donnerstag in der "Frankfurter Allgemeinen" veröffentlichten Appells, unter ihnen der ehemalige Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) sowie der Journalist Günter Wallraff.

Der Wikileaks-Gründer sitzt seit mehr als einem halben Jahr im britischen Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh. Die Unterzeichner des Schreibens fordern die Bundesregierung auf, sich für die Freilassung von Assange einzusetzen, der sich in einem "kritischen Gesundheitszustand" befinde. Die Haftbedingungen stimmten nicht mit "menschenrechtlichen und rechtsstaatlichen Grundprinzipien" überein, heißt es weiter.

Gabriel und Wallraff wollten den Aufruf am Vormittag stellvertretend für alle Unterzeichner in der Bundespressekonferenz in Berlin vorstellen.

Assange war im April in London verhaftet worden und sitzt in Großbritannien nun eine fast einjährige Gefängnisstrafe wegen Verstoßes gegen Kautionsauflagen ab. Zuvor hatte er sich sieben Jahre lang in der ecuadorianischen Botschaft in London verschanzt, um einer Auslieferung nach Schweden wegen Vergewaltigungsvorwürfen aus dem Jahr 2010 zu entgehen.

Inzwischen hat die schwedische Justiz die Vergewaltigungsvorwürfe gegen Assange fallengelassen. Die USA verlangen seit Jahren die Auslieferung des Wikileaks-Gründers, dem sie wegen Geheimnisverrats den Prozess machen wollen. Wikileaks hatte geheime US-Dokumente unter anderem über den Irak-Krieg veröffentlicht.