Mehr Hinweise für Cash-Abzug aus Deutschland nach EZB-Justierung

Lorcan Roche Kelly

(Bloomberg) -- Am Montag tauchten weitere Hinweise dafür auf, dass der Staffelzins der Europäischen Zentralbank - der Belastungen durch Negativzinsen auf die Profitabilität der Banken abmildern soll - die Einlagen aus Deutschland weg in liquiditätsärmere Länder verschiebt.

Der Target2-Saldo der Bundesbank fiel um 78 Milliarden Euro, während der Italiens um 48 Milliarden Euro wuchs und der Frankreichs um 19 Milliarden Euro zulegte, wie Daten von Ende Oktober zeigen. Daraus folgt, dass der EZB-Staffelzins die deutschen Kreditgeber veranlasst, ihre Einlagen bei unterausgestatteten Banken in Italien und Frankreich zu parken.

Seit dem von der EZB eingeführten Staffelzins bleibt bei der Notenbank geparkte Überschussliquidität bis zum Sechsfachen der Mindestreserve strafzinsfrei bei 0%. Darüber hinausgehende Summen, die bei der EZB deponiert werden, unterliegen dem Einlagensatz von minus 0,5%.

Banken, deren Gesamteinlagen unter dieser Schwelle liegen, sind in der Lage, Einlagen von anderen Banken anzulocken, die ihrerseits das Limit überschreiten. Das könnte zu den Verschiebung der Überschussliquidität Ende Oktober beigetragen haben.

Die vollständigen aufgeschlüsselten Bilanzdaten der nationalen Zentralbanken im Euro-Währungsgebiet werden morgen veröffentlicht. Dann dürfte sich ein klareres Bild der Vorgänge abzeichnen.

Überschrift des Artikels im Original:More Signs of Cash Leaving Germany After ECB Negative-Rate Tweak

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