Mehr als die Hälfte der Syrien-Flüchtlinge im Libanon lebt in extremer Armut

Mehr als die Hälfte der syrischen Flüchtlinge im Libanon leiden nach UN-Angaben unter extremer Armut. Insgesamt leben 76 Prozent von ihnen unter der Armutsgrenze

Mehr als die Hälfte der syrischen Flüchtlinge im Libanon lebt nach UN-Angaben in extremer Armut. "Syrische Flüchtlinge im Libanon halten sich kaum über Wasser", teilte das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR am Freitag mit. 58 Prozent der Haushalte müssen demnach mit weniger als 2,87 Dollar pro Person und Tag auskommen. Dies seien fünf Prozent mehr als im Vorjahr.

Insgesamt leben 76 Prozent der syrischen Flüchtlinge im Libanon laut UNO unter der Armutsgrenze und haben weniger als 3,84 Dollar pro Tag zur Verfügung. Fast 90 Prozent von ihnen seien verschuldet. "Die meisten Familien sind äußerst verletzlich und sind auf Hilfe der internationalen Gemeinschaft angewiesen", sagte die UNHCR-Vertreterin Mireille Girard.

Einziger Lichtblick in dem Bericht des Flüchtlingshilfswerks war der Bildungsbereich. 70 Prozent der syrischen Kinder zwischen sechs und 14 Jahren besuchen inzwischen eine Schule im Libanon, hieß es. Im vergangenen Jahr habe die Quote noch bei nur rund 50 Prozent gelegen. Allerdings machten dem UN-Bericht zufolge nur zwölf Prozent der Jugendlichen einen Abschluss.

Nach UN-Angaben leben im Libanon mehr als eine Million syrische Flüchtlinge - bei einer einheimischen Bevölkerung von nur vier Millionen Menschen. Bei den Kämpfen in Syrien wurden seit 2011 mehr als 340.000 Menschen getötet. Mehr als fünf Millionen Menschen flüchteten ins Ausland.