Mehr Flug-Probleme wegen Corona? Jeder fünfte Passagier hat während der Sommerferien Verspätung oder Flugausfall erlebt

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Warteschlangen am Flughafen Hamburg – aber auch an anderen Flughäfen hat es sich in diesem Corona-Sommer gestaut.
Warteschlangen am Flughafen Hamburg – aber auch an anderen Flughäfen hat es sich in diesem Corona-Sommer gestaut.

Fliegen während des Corona-Sommers 2021 war möglich, aber nicht immer reibungslos. Jeder fünfte Passagier, der von einem deutschen Flughafen gestartet ist, hatte entweder unter einem Ausfall oder unter einer Verspätung zu leiden. Das hat eine Analyse des Unternehmens für Fluggastrechte "Air Help" ergeben.

Betrachtet wurden europäische Länder mit signifikanten Flugbewegungen, also mit mehr als 5000 Starts pro Tag. Die Länder mit den meisten Problemen bei den Starts waren im Juni und Juli dieses Jahres Belgien, Frankreich und Deutschland. Belgien hat zwar deutlich weniger Starts, der prozentuale Anteil der betroffenen Passagiere war aber am Höchsten (rund 32 Prozent).

Von deutschen Flughäfen sind laut der "Air Help"-Analyse in den beiden Monaten Juni und Juli rund 4,68 Millionen Passagiere abgeflogen. Etwas mehr als eine Million von ihnen hatten Probleme: Der überwiegende Teil (963.000 Passagiere) ist zwischen 15 Minuten und drei Stunden nach der geplanten Ankunftszeit gelandet. Die Flüge von 26.000 Fluggästen sind gestrichen worden. Und der kleinste Teil, 13.000 Passagiere, ist erst mehr als drei Stunden später am Zielort angekommen. Die Daten bezieht "Air Help" von den Flugplänen der Flughäfen und öffentlichen Datenbanken, wie dem Onlinedienst "Flightradar24.com".

"Air Help": Reibungsloser läuft es in Großbritannien, Norwegen und Irland

Insgesamt habe es laut "Air Help" in Europa mehr als 400.000 Flüge in den Monaten Juni und Juli gegeben, 57.000 davon in Deutschland. Die wenigsten Störungen im Flugbetrieb der 15 untersuchten europäischen Länder verbuchen Großbritannien, Norwegen und Irland.

Christian Leininger, Rechts-Experte bei "Air Help", sagte dazu: "Nach der Corona-bedingten Pause vergangenes Jahr nähert sich die Flugbranche ihrem ursprünglichen Reiseaufkommen wieder an. Das ist zunächst sehr erfreulich. Dass sich der Anteil der Verspätungen und Ausfälle von Juni zum Juli um mehr als die Hälfte erhöht hat, zeigt jedoch, dass wir uns auch auf der Problemseite wieder auf den Pfaden der Jahre vor Corona bewegen." Besonders zu schaffen machte den Flughäfen der Personalmangel auf der Seite der Bodenverkehrsdienstleister – also dem Personal, das unter anderem für Check-in, Gepäckabfertigung und Beladung des Flugzeugs zuständig ist.

Welche Entschädigung euch für einen Flugausfall zusteht, hängt von der Strecke ab. Fallen Kurzstrecken-Flüge von bis zu 1.500 Kilometer aus, bekommen betroffene Passagiere bis zu 250 Euro. Für eine annullierte Mittelstrecke (1.500 bis 3.500 Kilometer) habt ihr Anspruch auf bis zu 400 Euro. Alles darüber zählt als Langstrecke und würde mit bis zu 600 Euro entschädigt. Die gleichen Summen gibt es auch bei einer Verspätung von mehr als drei Stunden. Außergewöhnliche Umstände wie Unwetter oder medizinische Notfälle können bewirken, dass die Airlines von der Kompensationspflicht befreit werden.

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