Mehr als jeder Fünfte in Deutschland wohnte 2019 alleine

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Konfitüre, Toastbrot und Butter stehen in einem Kühlschrank. 2019 lebte jeder fünfte Mensch in Deutschland in einem Einpersonenhaushalt.
Konfitüre, Toastbrot und Butter stehen in einem Kühlschrank. 2019 lebte jeder fünfte Mensch in Deutschland in einem Einpersonenhaushalt.

In Deutschland ist die Zahl der Singlehaushalte zuletzt leicht gestiegen. Gerade in der Corona-Krise bekommen allein lebende Menschen die Auswirkungen besonders zu spüren. Wo gibt es die meisten Einzelhaushalte und wer lebt besonders häufig allein?

Wiesbaden (dpa) - Immer mehr Menschen in Deutschland wohnen allein. Im vergangenen Jahr lebten rund 17,6 Millionen in einem Singlehaushalt.

Das entspricht einem Zuwachs von 1,3 Prozent im Vergleich zu 2018, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Der weitaus größte Teil von ihnen (42 Prozent) wohnte demnach in einer Großstadt. 26 Prozent wohnten in mittelgroßen Städten und 32 Prozent in kleinen Gemeinden.

Frauen lebten demnach etwas häufiger in Singlehaushalten als Männer, so waren von den 17,6 Millionen Bewohnern rund 9 Millionen weiblich. Das liege unter anderem an ihrer längeren Lebenserwartung, erklärten die Statistiker. In Deutschland stieg diese zuletzt im Schnitt auf 83,4 Jahre für ein neugeborenes Mädchen und 78,6 Jahre für einen Jungen. Aktuell ist der Anteil der alleinwohnenden Frauen bei den über 80-Jährigen laut Bundesamt fast vier Mal so hoch wie bei den Männern.

«Große Städte werden zunehmend zu Hochburgen der Singles und Senioren», sagt der Berliner Zukunftsforscher Daniel Dettling. «Das hat natürlich soziale Konsequenzen, das Thema Einsamkeit spielt zunehmend eine Rolle.» Was kann dagegen unternommen werden? Künftig gehe der Trend zum Co-Living, also zum gemeinschaftlichen Wohnen und Bauen, erklärte Dettling. Bei solchen Projekte seien beispielsweise die einzelnen Wohnungen kleiner, dafür würde der Garten zusammen genutzt oder das Gästezimmer geteilt. Von diesem günstigeren aber sozialeren Zusammenleben könnten auch ältere Menschen profitieren.

Aktuell macht sich die Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Kontaktbeschränkungen bei den Alleinlebenden besonders bemerkbar. Themen wie Nachbarschaft und gesellschaftlicher Zusammenhalt spielten in solchen Zeiten eine besondere Rolle, sagt der Zukunftsforscher. «Internetportale wie nebenan.de sind dann Gold wert.» 

Derzeit gibt es hierzulande etwa 41,5 Millionen private Haushalte. Die Alleinlebenden bilden den Angaben zufolge die häufigste Form, vor den Zweipersonenhaushalten (13,8 Millionen). In Berlin ist sogar mehr als jeder zweite Haushalt ein Singlehaushalt (53 Prozent). Am niedrigsten ist der Anteil in Brandenburg mit 40 Prozent.

Bundesweit erhöhte sich der Anteil der Einpersonenhaushalte zwischen 1991 und 2019 von 34 Prozent auf 42 Prozent. Zeitgleich ging der Anteil der Haushalte, in denen fünf oder mehr Menschen lebten, von 5 Prozent auf 3,5 Prozent zurück.