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"Mehr Demut": So plant Hertha nach dem Abstieg

Nach dem Remis gegen den VfL Bochum stand am Samstagnachmittag fest: Nach zehn Jahren Bundesliga muss Hertha BSC wieder in die zweite Liga.

„Es war ein total bitterer Tag“, wie Hertha-Sportdirektor Benjamin Weber am Tag danach im STAHLWERK Doppelpass auf SPORT1 bestätigte. Vor allem mit dem Gegentor in der vierten Minute der Nachspielzeit haderte der 43-Jährige. „Wenn man nicht mit aller Macht die letzte Ecke verteidigt, das ist dann auch eines der Grundthemen, das sich durch die gesamte Saison gezeigt hat.“

Dennoch wollte er das Remis gegen Bochum nicht als alleinigen Grund für den Abstieg gelten lassen. Wenn man bereits einen Spieltag vor Saisonende als Absteiger feststehe, dann „hat man über die gesamte Saison und in den letzten Jahren Fehler gemacht. Das muss man so klar und deutlich sagen.“

Nun gilt es jedoch, sich schnellstmöglich auf die Herausforderung in der zweiten Liga zu fokussieren. „Mit dem heutigen Tag gehen nicht nur die Planungen, sondern auch die Umsetzungen los.“ Dabei werde es auch einen größeren Umbruch im Kader geben, betonte Weber.

Weber: Rückbesinnung auf die Hertha-DNA

Um den direkten Wiederaufstieg in Angriff zu nehmen, gelte es, wieder ein Stück zum Fundament des Vereins zurückzukehren. Das bestehe zum einen aus den Fans, zum anderen aber auch aus der „Nachwuchsakademie, die diese DNA ist“.

Jedoch müsse man sich auch bewusst sein, dass man mit Jugendspielern allein das Ziel nicht erreichen werde. „Der Mix ist wichtig.“

Dennoch ist es ein Schritt, um wieder in die Erfolgsspur zurückzufinden. „Sicherlich geht es da auch ein bisschen um den Berliner Weg - aus Berlin für Berlin – anstatt zu groß zu denken.“ Dies soll nicht bedeuten, dass der Verein die eigenen Ansprüche herunterschraubt, „aber wir brauchen mehr Demut“.

Zukunft von Pal Dardai noch offen

Eine Unbekannte in diesem Vorhaben ist noch die Personalie Pal Dardai. Der Hertha-Coach ließ seine Zukunft direkt nach dem Bochum-Spiel noch offen. Zwar werde er auch weiter bei Hertha arbeiten, „aber in welcher Position kann ich nicht sagen“.

Geht es nach Rudi Völler, ist die Entscheidung klar. „Für mich wäre Pal Dardai eine Top-Lösung, um mit der Hertha nun weiterzumachen“, positionierte sich der Direktor der A-Nationalmannschaft im Doppelpass klar.

Weber selbst wollte sich aber ebenfalls noch nicht festlegen. Zwar betonte auch er, dass Dardai im Verein bleiben werde, aber zuerst mal Gespräche geführt werden. „Nach dem letzten Spieltag werden wir verkünden, wie es weitergeht.“