Mehr Blüten und falsche Münzen aus dem Zahlungsverkehr gezogen

Die EU-Finanzminister wollen am Dienstag bei ihrem Treffen in Brüssel erstmals eine gemeinsame Liste mit Steueroasen verabschieden

Die Zahl gefälschter Banknoten und Münzen hat sich im ersten Halbjahr erhöht. Wie die Bundesbank in Frankfurt am Main am Freitag mitteilte, wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres 39.700 falsche Euro-Scheine im Nennwert von 2,2 Millionen Euro in Deutschland registriert - das waren 8,7 Prozent mehr als im zweiten Halbjahr 2016. Fast zwei Drittel der Blüten waren 50-Euro-Scheine.

Auch bei den Münzen gab es mehr Fälschungen: Im ersten Halbjahr 2017 waren rund 18.500 falsche Münzen im Umlauf, im Vorquartal waren es gut 14.300. Gefälscht werden der Bundesbank zufolge vor allem Zwei-Euro-Münzen.

Zumindest bei den Scheinen geht die Bundesbank aber von einer deutlichen Verbesserung im zweiten Halbjahr aus, weil im April der neue 50-Euro-Schein mit einem besseren Fälschungsschutz eingeführt wurde. Dies sei auch nach der Einführung des neuen Zwanzigers im November 2015 so gewesen, erklärte Vorstand Carl-Ludwig Thiele.

Die Bundesbank rät Konsumenten, Banknoten stets aufmerksam zu prüfen - und zwar nach dem Prinzip Fühlen-Sehen-Kippen: So lassen sich bei echten Noten Schriftzüge und Linien ertasten, Wasserzeichen sehen und Farbveränderungen beim Kippen der Banknote erkennen. Bei gefälschten Münzen sind demnach die Randprägungen und Münzbilder oft verschwommen und uneben, außerdem ist die Farbtönung anders.

Die Europäische Zentralbank (EZB) verzeichnete für das erste Halbjahr hingegen insgesamt einen Rückgang der gefälschten Noten im Euroraum und außerhalb der Euro-Länder: In der ersten Jahreshälfte wurden 331.000 Blüten aus dem Verkehr gezogen - im Vorquartal waren es 353.000 Noten. Damit ist das Niveau demnach insgesamt gering. Gefälscht wurden mit rund 85 Prozent auch hier vor allem 20-Euro- und 50-Euro-Scheine.