Mehr als „Fack Ju Göthe“: So vielseitig ist Schauspielerin Jella Haase

Victoria Timm
Freie Autorin für Yahoo Kino
Jella Haase ist aus der Erfolgsfilmreihe „Fack Ju Göhte“ bekannt. (Bild: Horst Galuschka/action press/REX/Shutterstock)

Ob Drama oder Komödie: Mit nur 25 Jahren ist sie im deutschen Film bereits ein alter Ha(a)se. Wir werfen einen Blick auf die vielseitig talentierte Jella Haase – derzeit mit „Vielmachglas“ im Kino zu sehen.

Spätestens seit sie auf der Berlinale 2016 zum Shootingstar gekürt wurde, ist Jella Haase in der deutschen Schauspiellandschaft ein Begriff. Frech, witzig, vorlaut – das verbinden viele Fans mit der Berlinerin – zumindest, seit sie einem breiten Publikum 2013 mit ihrer Rolle als Problemschülerin Chantal Ackermann in der Erfolgskomödie „Fack Ju Göthe“ bekannt wurde. Aber die Jungschauspielerin lässt sich nicht auf ein bestimmtes Genre festlegen, wie ihre Filmografie zeigt.

Start am Theater

Auf der Bühne steht Haase schon seit frühester Kindheit – noch bevor sie auf den TV- und Kinobildschirmen zu sehen war, spielte sie als Kind Theater. 2009 landete sie die Hauptrolle im Kurzfilm „Der letzte Rest“ des Regisseurs Jens Wischnewski. Im selben Jahr landete sie auch ihre erste Hauptrolle in einem TV-Film. In „Mama kommt!“ spielte Haase an der Seite von Senta Berger und Anja Kling.

Erste Kinoerfolge

Zum ersten Mal im Kino zu sehen war Haase 2011 im Film „Lollipop Monster“. Im selben Jahr spielte sie eine Nebenrolle in der mehrfach ausgezeichneten Kinoproduktion „Kriegerin“ – einem Drama über die deutsche Neonazi-Szene unter der Regie von David Wnendt. Sie spielte an der Seite von Jungstar Alina Levshin. Gemeinsam stecken die Jugendlichen tief in der rechten Szene einer ostdeutschen Kleinstadt.

Spätestens hier zeigt sich, dass sich Haase nicht auf ein Genre festlegen lässt – von ernsten, sperrigeren Thematiken bis hin zu massentauglichen Komödien gibt es für die in Berlin-Kreuzberg geborene Schauspielerin kein Limit. Für diese beiden Produktionen wurde sie mit dem Bayerischen Filmpreis als beste Nachwuchsdarstellerin ausgezeichnet.

2011 spielte sie in der hochkarätig besetzten Komödie „Männerherzen … und die ganz ganz große Liebe“, ehe sie sich 2012 mit der Verfilmung des Daniel-Kehlmann-Romans „Ruhm“ und ein Jahr später mit dem Drama „Puppe“ wieder dem ernsteren Genre widmete.

Haase, gemeinsam mit Lea van Acken, Gizem Emre und Anna Lena Klenke (v. l.) auf der Premiere von Fack Ju Göhte 3 (Bild: James Coldrey/actionpress/REX/Shutterstock)

2013 – das überraschende Erfolgsjahr

Im Jahr 2013 war Haase sowohl gemeinsam mit Veronica Ferres und Olli Dittrich in „König von Deutschland“ als auch im ersten Teil von „Fack Ju Göhte“ in den deutschen Kinos zu sehen. Dabei hatte sie wegen ihre Rolle in der Erfolgs-Comedy durchaus Bedenken, wie sie der „FAZ“ erzählte: „Ich hatte […] Angst, dass man mir die Chantal nicht abkauft, weil ich überhaupt kein Prollo-Girl bin, sondern eher etwas hippiemäßig unterwegs. Und ich bin keine Tussi, sondern eher verplant, eine, die im Schlafanzug rausgeht. Ich konnte aber sofort mit der Sprache. Dieser Zugang war einfach da.“ Mittlerweile gibt es drei schwer erfolgreiche Teile von „Fack Ju Göhte“.

Keine Pause – in Kino und TV

2015 knüpfte „Fack Ju Göthe“ mit Teil 2 an den großen Erfolg an. Und Jella Haase war erneut in ihrer Rolle als liebenswert-zickige Chantal zu sehen. Im selben Jahr war sie auch in dem Drama „4 Könige“ zu sehen, das sich um vier Jugendliche in der Psychiatrie dreht, sowie in einer Neuverfilmung von „Heidi“ – hier spielte Haase ein Dienstmädchen. 2017 ging die Erfolgsproduktion in die dritte Runde: „Fack Ju Göthe 3“, wieder mit Jella Haase, hatte über sechs Millionen Zuschauer und schaffte es damit zum erfolgreichsten Kinofilm 2017.

Auch in TV-Produktionen ist Jella Haase immer wieder zu sehen. Unter anderem zweimal im Tatort. Für den „Tatort: Puppenspieler“ heimste sie 2013 den Günter-Strack-Fernsehpreis ein. Weitere Rollen hatte sie 2017 in „Tatort: Auf einen Schlag“ sowie in Serien wie „Kommissar Stolberg“ oder „Die Draufgänger“.

Aktueller Film: „Vielmachglas“

Mittlerweile war Haase in vierzehn Kinoproduktionen zu sehen. Die neueste: „Vielmachglas“, in der sie die Anfangzwanzigerin Marleen spielt, die noch immer zu Hause wohnt, dann aber spontan kurzerhand ihre Sachen packt und von einem Abenteuer ins nächste stolpert.


Ob mit viel Humor oder viel Tiefgang, als Draufgängerin oder sensible Heranwachsende: Jella Haase kann und muss sich offenbar auf kein Genre festlegen – und wird sicher noch für Überraschungen auf der Kinoleinwand sorgen.