Mehr als 3000 Tote bei gefährlicher Flucht über das Mittelmeer seit Jahresbeginn

Beim Versuch, über das Mittelmeer nach Europa zu flüchten, sind seit Beginn des Jahres mehr als 3000 Menschen ums Leben gekommen, wie die Internationale Organisation für Migration mitteilte. Sie forderte eine "geordnete und sichere Migration"

Beim Versuch, über das Mittelmeer nach Europa zu flüchten, sind seit Beginn des Jahres mehr als 3000 Menschen ums Leben gekommen. Insgesamt hätten 3.033 Flüchtlinge und Migranten die gefährliche Reise über die drei Mittelmeerrouten nicht überlebt, sagte der Sprecher der Internationalen Organisation für Migration (IOM), Joel Millman, am Dienstag in Genf. Der traurige Rekord war im vergangenen Jahr mit etwa 5000 Todesopfern erreicht worden.

"Wir sagen es seit Jahren und werden es weiterhin sagen: Es genügt nicht, die tragischen Statistiken zusammenzutragen. Wir müssen auch handeln", erklärte IOM-Generaldirektor William Lacy Swing. Die lebensgefährlichen Überfahrten sowie die menschenunwürdige Behandlung von Flüchtlingen und Migranten durch Schlepper, in libyschen Auffanglagern und auf libyschen Sklavenauktionen müssten ein Ende haben, forderte Swing weiter. Dafür müssten Wege für eine "geordnete und sichere Migration" gefunden werden.

Laut den am Dienstag veröffentlichten Zahlen der IOM trafen seit Jahresbeginn insgesamt 164.000 Migranten und Flüchtlinge über das Meer in Europa ein, das sind 184.600 weniger als im gleichen Vorjahreszeitraum. 75 Prozent von ihnen landeten in diesem Jahr zunächst in Italien.