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Mehr als 1300 Bootsmigranten in Italien angekommen

In Italien sind mehr als 1300 Bootsmigranten übers Mittelmeer an der Küste angekommen. In der Nacht zu Samstag erreichte ein Boot die Hafenstadt Crotone in der Region Kalabrien im Süden des Landes. Und: Am Samstag Vormittag brachte ein Schiff der Küstenwache Migranten in den Hafen der Stadt Reggio Calabria. Die Menschen waren zuvor aus überfüllten Booten auf hoher See an Bord genommen worden.

Italiens Küstenwache stand in den vergangenen Tagen heftig in der Kritik, weil sie Ende Februar einem Boot mit mehr als 150 Migranten zunächst nicht zu Hilfe gekommen war. Das Boot kenterte. Am Samstag - zwei Wochen nach dem Unglück - zogen Einsatzkräfte die Leiche eines Mädchens aus dem Wasser. Insgesamt starben mindestens 74 Menschen.

Wegen der schwierigen Wetterbedingungen und der vielen Menschen sei der Einsatz «außergewöhnlich komplex», hieß es von Seiten der Behörden. Immer noch trieben Hunderte Migranten auf Booten, die eigentlich seeuntauglich seien, im Meer.

Italiens Innenministerium zählte in den vergangenen Tagen mehrere Tausend Bootsmigranten, die auf dem Festland oder auf der Insel Lampedusa ankamen. Bis Donnerstagabend wurden seit Beginn des Jahres mehr als 15.800 Migranten registriert. In den beiden Vorjahren waren es zu diesem Zeitpunkt etwa 6000.