"Megalopolis": Bilder einer Großstadt: Rasante Tanzcollage am Kudamm

Hochhäuser, und jeder alleine in der Stadt: Constanza Macras’ wilde Collage „Megalopolis

Technoklänge wummern hart auf der Bühne am Kudamm, plötzlich hört man eine Geige. Graue Hochhaustürme wachsen aus dem Bühnenfonds. Da knutscht sich wild ein Paar, da robbt eine Langhaar-Frau zuckend über den Boden, neben ihr wühlt jemand in einem Berg von leeren Bananenkisten. Fische schnappen nach Luft. Mittendrin singt eine Frau sentimental ein südamerikanisches Liebeslied. "Apocalypse now" blendet der Videoclip nun ein. Willkommen in "Megalopolis", einer wild-leidenschaftlichen Choreografie von Constanza Macras auf die Großstädte dieser Welt. New York, Buenos Aires. Johannesburg. Berlin. An Gesellschaftskritik mangelt es da nicht.

Macras muss sich hier neu erfinden

Eine reichlich ungewohnte Szenerie für das Theater am Kurfürstendamm, das mit plüschigem Retro-Charme und attraktivem Boulevardprogramm mit prominenten Schau­spielern aus Film und Fernsehen das Stammpublikum samt Touristen lockt.

Hier muss sich die gebürtige Argentinierin mit ihrer Kompanie Dorkypark neu erfinden, doch ihre Fans halten ihr sowieso die Treue. Bereits zum zweiten Mal bietet das Theater, das selbst lange um seine Existenz kämpfte, Macras für zwei Spieltage Unterschlupf, als Notlösung. Ausgerechnet in Berlin, wo sie seit 21 Jahren lebt ("meine Heimat") und mit ihrer Kompanie Dorkypark Stücke produziert, hat sie keine Bühne, um ihr rasant-urbanes Tanztheater mit Livemusik und Video zu zeigen.

Im Ausland bekommt sie mehr Zuspruch als in Berlin

Sie steckt in einer paradoxen Situation, sie erhält zwar Konzep...

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