Megafusion zwischen E.on und RWE – was ist dran?

Maximilian Völkl
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RWE: Ein klares Dementi

Nach dem revolutionären Innogy-Deal gab es zuletzt auch Spekulationen über eine mögliche Fusion zwischen E.on und RWE. Da sich die einstigen Erzrivalen auch bei der Aufteilung der Innogy-Teile geeinigt haben, erscheint das einst Undenkbare inzwischen durchaus möglich. Nun haben sich die beiden Konzernchefs geäußert.

„Nein, es gibt keinerlei Überlegungen in Richtung Fusion. Das wäre auch nicht klug, denn die Wertschöpfungskette im Energiemarkt gibt es so nicht mehr“, sagte RWE-Chef Rolf Martin Schmitz im Interview mit der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung. „Man hat keine Vorteile mehr, wenn man alles gleichzeitig bedient.“ E.on-Boss Johannes Teyssen pflichtet ihm bei: „Das ist absolut richtig und gilt für E.on ebenso. Das Gerede von einer Fusion hat eher was von Monopoly oder Malen nach Zahlen.“

Im Zuge des Innogy-Deals erhält RWE auch eine 17-Prozent-Beteiligung an E.on. Nach eigenen Angaben wurde dabei verabredet, dass dieser Anteil nicht weiter ausgebaut wird. „Unsere Finanzbeteiligung ist aber nicht für die Ewigkeit gedacht. Nur müssten wir erst einmal bessere Investments finden als E.ON, bevor es Sinn machen würde, die Aktien wieder zu verkaufen“, so Schmitz.

Spannende Situation

Eine Fusion der Versorgerriesen dürfte es vorerst nicht geben. Durch den Innogy-Deal wurde die deutsche Energiewelt dennoch neu geordnet. E.on wird zum Energiedeinstleister und dürfte sich als sicherer Dividendenzahler als attraktives Investment für konservative Anleger eignen. RWE ist mit den konventionellen Kraftwerken und der Rückkehr zu den erneuerbaren Energien etwas spekulativer. Die moderate Bewertung und die attraktive Dividendenrendite von 7,6 Prozent sprechen für ein Investment.