Megadeal mit Innogy: E.on scheitert an 90-Prozent-Hürde – wie geht es weiter?

Jonas Lerch
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Top-Verlierer E.on: Gewinnwarnung bei SSE – das steckt hinter dem Rückschlag

Der Energiekonzern konnte zuletzt weitere Innogy-Aktionäre überzeugen und zum Verkauf bewegen. Die wichtige 90-Prozent-Marke wurde jedoch nicht erreicht. Nun folgen komplexe Verhandlungen mit Hedgefonds.

Am vergangenen Mittwoch endete die zweite Frist für die Minderheitsaktionäre bei Innogy. 38,40 Euro hat E.on je Innogy-Aktie geboten. Denn der Energie-Riese möchte die RWE-Tochter Innogy im Zuge eines komplexen Milliarden-Deals übernehmen.

Zunächst muss E.on jedoch 90 Prozent aller Innogy-Aktien besitzen, um Kleinaktionäre im Rahmen eines „Squeeze-out“ aus dem Gesellschafterkreis zu drängen. Diese Schwelle wurde jedoch nicht erreicht.

Kein Grund zur Panik

Es ist normal, dass bei solchen Mega-Übernahmen wichtige Schwellen nicht sofort erreicht werden. Zahlreiche Hedgefonds zielen genau darauf ab, die ersten Aktien-Angebote auszuschlagen, um dadurch den Preis hochzutreiben.

Es bleibt offen, ob E.on in nächster Zeit ein neues Kaufangebot abgibt oder über einen sogenannten Beherrschungsvertrag die verbliebenen Innogy-Aktionäre ausschließt. Die dafür notwendigen 75 Prozent aller Innogy-Aktien besitzt der Energiekonzern bereits.

E.on trotzdem zufrieden

In einem Statement gegenüber dem Handelsblatt weist E.on Finanzvorstand Marc Spieker darauf hin, dass viele Hedgefonds aufgrund interner Vorgaben ihre Innogy-Aktien gar nicht verkaufen können. Denn diese sind häufig an weitere Fondsprodukte – wie Indizes – gebunden. Spieker ergänzt, dass bereits der vereinbarte Erwerb der RWE-Minderheitsbeteiligung E.on genug Handlungsspielräume ermögliche.

Für den AKTIONÄR ist die angestrebte Fusion langfristig sinnvoll. Wie E.on das Wachstum vorantreiben will, erfahren Sie ausführlich in Ausgabe 30/18 des AKTIONÄR.