Nach dem Mega-Fight: Was wird aus McGregor?

Sebastian Mittag
Conor McGregor verdient auch mit seiner eigenen Whiskey-Marke zusätzliches Geld

Floyd Mayweather gegen Conor McGregor: Der Kampf zwischen dem ungeschlagenen Ex-Boxweltmeister und dem schillernden UFC-Superstar wurde im Vorfeld von vielen kritisiert.

Doch so viel ist sicher: Es war der aufsehenerregendste Kampf der letzten Jahre. 

SPORT1 beantwortet die wichtigsten Fragen zum Mega-Fight in Las Vegas:

1.Wie oft traf McGregor Mayweather?

McGregor schlug während des Kampfes 430 Mal, davon landete er 111 Treffer. Das ergibt eine Quote von 26 Prozent. Mayweather schlug weniger, dafür effektiver: 320 Mal holte er aus, 170 Mal erfolgreich, das macht eine Trefferquote von 53 Prozent.

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Diese Überlegenheit machte sich auch auf den Scorecards der drei Kampfrichter bemerkbar. Einer sah McGregor in den ersten drei Runden vorne, die zwei anderen sogar lediglich in Runde eins.


2. War der Abbruch durch den Ringrichter korrekt?

Ringrichter Robert Byrd brach den Kampf in der zehnten Runde ab, nachdem Mayweather McGregor mit einem Hagel aus Schlägen eingedeckt hatte.

McGregor motzte danach über die Entscheidung des Referees: "Ich hätte gerne noch die letzten Runden geboxt. Dann hätte ich eben auf dem Boden gelegen, egal. Der Kampf hätte weitergehen müssen."


Aber: Oberste Aufgabe des Ringrichters ist es, die Kämpfer vor schweren Verletzungen zu schützen. McGregor taumelte und bekam seine Hände nicht mehr hoch zur Deckung.

Hätte Byrd den Kampf weiterlaufen lassen, wäre es nur eine Frage der Zeit gewesen, dass McGregor auf den Brettern gelandet wäre. Der Ringrichter handelte also genau richtig.

Übrigens wird in der UFC ebenfalls der Kampf abgebrochen, wenn ein Kämpfer nicht mehr in der Lage ist, sich zu wehren. Auch Mayweather verteidigte Byrds Entscheidung: "Das ist die Aufgabe des Ringrichters. McGregor ist noch jung. Der Referee will, dass er auch später noch kämpfen kann."

3. Wie war die Stimmung in der Halle?

Vor dem Kampf war Las Vegas in irischer Hand. Tausende Fans kamen aus McGregors Heimat, um ihr Idol zu unterstützen. Beim Wiegen einen Tag vor dem Kampf hatten die Iren die Arena in ein Tollhaus verwandelt. Beim Fight selbst war die irische Übermacht dann nicht mehr so groß.


Die Mehrheit der Zuschauer in der Halle stand zwar hinter McGregor, aber so stimmungsvoll wie beim Wiegen war die Atmosphäre nicht mehr. Das wird größtenteils an der Preispolitik beim Kartenverkauf gelegen haben.

Viele der Hardcore-McGregor-Fans konnten oder wollten sich den Eintritt bei Preisen zwischen 1500 und 10.000 Dollar pro Karte einfach nicht leisten.

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Trotz des Hypes um den Kampf war die Halle nicht ausverkauft. Zwei Blöcke in der 20.000 Zuschauer fassenden T-Mobile Arena blieben praktisch komplett leer. Laut wurde es trotzdem - wild aber nicht.


4. Wie sieht Mayweathers Zukunft aus?

Bereits vor dem Kampf hatte Mayweather sein endgültiges Karriereende angekündigt. Nach dem Duell mit McGregor bekräftigte der 40-Jährige seine Entscheidung: "Das war mein letzter Kampf. Ganz sicher."


Künftig will sich Mayweather in seinem Mayweather Boxing Club der Entwicklung und Förderung der Stars der Zukunft widmen. Zudem ist er noch stolzer Eigentümer eines Stripclubs in Las Vegas.

"Das Wichtigste für junge Boxer ist, dass sie ihr Geld richtig investieren", erklärte Mayweather auf der Pressekonferenz nach dem Kampf.

5.  Wie geht es weiter mit McGregor?

McGregor verlor zwar den Kampf - aber nicht sein Gesicht. Dafür, dass sein Duell mit Altmeister Mayweather sein erster Profi-Boxkampf war, schlug er sich beachtlich. Die Aufmerksamkeit für den Fight hat McGregor endgültig zu einem der bekanntesten Sportler der Welt gemacht. Seine nächsten Schritte kann er selbst bestimmen.

"Ich weiß nicht, ob ich noch einmal in den Boxring steige. Klar ist, dass ich wieder in der UFC kämpfen werde", erklärte McGregor noch im Ring.


In der UFC gibt es für ihn drei Optionen, die plausibel erscheinen: Der aufstrebende Russe Khabib Nurmagomedov, Weltergewichts-Champion Tyron Woodley oder Teil drei der geplanten Trilogie gegen Nate Diaz.

McGregor stellte auf der Pressekonferenz aber auch klar, dass er besonders Gefallen an einem Aspekt des Boxens gefunden hat: "Ich mag die Schecks!" Künftig will sich McGregor auch seiner Modelinie widmen und seine eigene Whiskey-Marke herausbringen: "Notorious Irish Whiskey."