Mega-Deal in Gefahr: US-Richter entscheidet über T-Mobile-Fusion

NEW YORK (dpa-AFX) - Im US-Prozess um den Zusammenschluss der Telekom-Tochter <DE0005557508> T-Mobile US <US8725901040> mit dem kleineren Rivalen Sprint rückt die Entscheidung näher. Das Urteil werde "so schnell wie möglich" gefällt, sagte der zuständige US-Richter Victor Marrero am Mittwoch (Ortszeit) nach Verkündung der Abschlussplädoyers in New York. Wann genau es soweit sein wird, blieb jedoch unklar. Fest steht: Für die Telekom macht der Kartellrechtsstreit den über 26 Milliarden Dollar (23,4 Mrd Euro) schweren Mega-Deal zu einer ungewissen Zitterpartie.

13 Bundesstaaten und der Regierungsbezirk Washington wollen den im April 2018 vereinbarten Zusammenschluss von T-Mobile und Sprint verhindern. Die Kläger fürchten, dass die Fusion der dritt- und viertgrößten US-Mobilfunker dem Wettbewerb schadet, was Jobverluste und Preiserhöhungen verursachen könne. Das von den Schwergewichten New York und Kalifornien angeführte Bündnis stellt sich quer, obwohl die US-Regierung den Deal schon unter Auflagen genehmigt und auch die Branchenaufsicht FCC bereits grünes Licht gegeben hat.

T-Mobile-Anwalt David Gelfand forderte Richter Marrero in seinem abschließenden Statement auf, die Fusion durchzuwinken. Die Kläger hätten es "komplett versäumt" zu beweisen, dass der Zusammenschluss dem Wettbewerb schade. Tatsächlich würden Verbraucher profitieren, bekräftigte Gelfand: "Niedrigere Kosten, niedrigere Preise" - so laute das Programm, mit dem T-Mobile und Sprint den US-Marktführern Verizon <US92343V1044> und AT&T <US00206R1023> einheizen wollten. Klägeranwalt Glenn Pomerantz sah es anders und appellierte an Marrero: "Wir haben nur vier nationale Wettbewerber - und wir brauchen jeden von ihnen."