Medios erzielt weiter Rekordwerte - Neue Regularien schmälern Gewinnaussichten

BERLIN (dpa-AFX) -Das Spezialpharma-Unternehmen Medios DE000A1MMCC8 hat dank seiner jüngsten Übernahme ein weiteres starkes Jahresviertel hinter sich. "Das dritte Quartal 2022 war das siebte Rekordquartal in Folge", sagte Firmenchef Matthias Gärtner laut Mitteilung vom Donnerstag in Berlin. Der Vorstand bestätigte vor diesem Hintergrund sein Umsatzziel, wird allerdings aufgrund regulatorischer Änderungen für das operative Ergebnis in diesem Jahr etwas vorsichtiger.

Medios peilt den Angaben zufolge für 2022 beim um Sondereffekte bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes Ebitda) nur noch die untere Hälfte der bisher in Aussicht gestellten Spanne von 52 bis 58 Millionen Euro an. Hintergrund seien Änderungen bei der Hilfstaxe, einer Vereinbarung zwischen Apotheken und Krankenkassen, mit der Einkaufskonditionen und Arbeitspreise zur Herstellung patientenindividueller Therapien geregelt werden. Durch hierbei kürzlich erfolgter Preisanpassungen wird das Betriebsergebnis laut der aktuellen Hochrechnung des Unternehmens in diesem Jahr um bis zu 3,6 Millionen Euro gemindert.

Der Umsatz soll unverändert im oberen Bereich der Spanne von 1,45 bis 1,6 Milliarden Euro herauskommen, was einer Steigerung von bis zu 17,9 Prozent im Vergleich zu 2021 entspricht, wie Medios weiter mitteilte.

Nach den ersten neun Monaten lag der Erlös der Berliner bereits bei mehr als 1,2 Milliarden Euro, dies waren knapp 23 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Dabei kam der größte Schub durch den im bereits im Januar abgeschlossen Zukauf der Newco-Pharma-Gruppe, mit der Medios sein Geschäft mit patientenindividuellen Therapien stärkt - ihr Beitrag betrug rund 16 Prozentpunkte. Das übrige Wachstum stemmte Medios aus eigener Kraft. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) zog noch stärker an: Es stieg im Vorjahresvergleich um gut 55 Prozent und erreichte mit 43,8 Millionen Euro ebenfalls einen Rekordwert. Die entsprechende Marge kletterte auf 3,6 Prozent, nach 2,9 Prozent im Vorjahreszeitraum.