Mediendienst: Acht Prozent der Bundestagsabgeordneten haben Migrationshintergrund

Diaby bleibt einziger MdB mit afrikanischen Wurzeln

Im neuen Bundestag haben mindestens 57 Parlamentarier einen Migrationshintergrund. Das entspricht einem Anteil von acht Prozent, wie der Mediendienst Integration am Donnerstag in Berlin unter Berufung auf Befragungen bei den Fraktionen und Parteien mitteilte. Der Anteil hat sich damit im Vergleich zum bisherigen Bundestag deutlich erhöht, in dem 5,9 Prozent der Abgeordneten ein Migrationshintergrund zugeordnet wurde.

Am höchsten ist der Anteilim neuen Bundestag demnach in der Linksfraktion mit 18,8 Prozent vor den Grünen mit 14,9 Prozent. Den mit Abstand niedrigsten Wert gibt es den Angaben zufolge in der Unionsfraktion mit nur 2,9 Prozent. Die besonders migrationskritische AfD liegt mit 7,5 Prozent im Mittelfeld. Für die SPD wird ein Anteil von 9,8 Prozent angegeben, für die FDP von 6,3 Prozent.

Im Vergleich zur deutschen Bevölkerung, in der 22,5 Prozent der Menschen eine Migrationsgeschichte haben, sind Abgeordnete aus Einwandererfamilien damit in allen Fraktionen unterrepräsentiert. Rund ein Drittel der Parlamentarier mit Migrationshintergrund hat der Erhebung zufolge Bezüge zu anderen Ländern der EU. Dazu kommen 14 Abgeordnete (bisher elf) mit türkischen Wurzeln. Der SPD-Politiker Karamba Diaby bleibt der einzige im Bundestag mit afrikanischer Migrationsgeschichte.

Der Mediendienst Integration weist darauf hin, dass die tatsächlichen Zahlen möglicherweise höher sein könnten, weil die Parteien einen Migrationshintergrund nicht systematisch erfassen. Auch seien nicht alle Pressestellen gleichermaßen auskunftsbereit gewesen. Ausgewertet wurden daher auch andere Informationsquellen wie für Migranten typische Namen, die dann mit eigenen biografischen Angaben, Interviewäußerungen und Medienberichten abgeglichen oder durch direkte Anfragen überprüft wurden.