Medien mit Vertrauensvorschuss für Merkel: "Diese GroKo kann eine gute werden"

Jürgen Klöckner

► Es ist keine Liebesheirat, aber sie soll dreieinhalb Jahre lang halten. Union und SPD haben den Vertrag für ihre neue große Koalition unterschrieben.

► Kanzlerin Angela Merkel drängt zur Eile - und erhält einen Vertrauensvorschuss in den Medien. Die kommentieren den GroKo-Start überwiegend positiv.

“Die Welt”: “Merkel sei jeder Erfolg gewünscht”

Die “Welt” in Berlin attestiert der GroKo eine “Kombination aus erfahrenen Kämpfern und jungen Talenten”, die Kraft zu ausgesprochen mutigen Innovationen und mitunter unpopulären Maßnahmen mitbringe.

“Wenn aus ersteren ein Flugtaxi entsteht, dann nur her damit!”, schreibt die Zeitung.

“Dass zu letzteren eine längst überfällige Entschiedenheit bei der Durchsetzung der inneren Sicherheit gehört, ist keine Frage.”

Die dritte schwarz-rote Koalition seit der Wiedervereinigung werde nur obsiegen können, wenn sie diese Realität ins Visier nimmt. “Jetzt sei Angela Merkel und ihrem Team nach aller Skepsis der vorigen Monate jeder Erfolg gewünscht. Was denn sonst?”, schreibt die “Welt”.

“SZ”: “Die neue Regierung kann eine gute werden”

“Die neue Regierung kann eine gute werden”, schreibt die “Süddeutsche Zeitung”.

“Zum einen scheinen Union und SPD die Botschaft der Bundestagswahl verstanden zu haben. Der Koalitionsvertrag ist ein Versprechen für mehr Sicherheit - nicht nur für innere und äußere, sondern auch für soziale”, schreibt die Zeitung.

Dass dies gelingen könne, liege am zweiten Pluspunkt der neuen Regierung: dem Trio an der Spitze.

“Ob eine Koalition funktioniert, hängt ja nicht nur vom Vertrag ab, sondern auch von den Akteuren”, schreibt die “SZ”.

“Fast alle großen Herausforderungen der vergangenen Jahrzehnte waren nicht absehbar, als die jeweiligen Regierungen ihre Koalitionsverträge verhandelt haben. Und so wird es auch in Zukunft sein.”

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