Medien: Trump will die nach ihm benannte Wohltätigkeitsstiftung auflösen

US-Präsident Trump will laut Medienberichten die nach ihm benannte Wohltätigkeitsstiftung auflösen, die nach eigenem Eingeständnis bestehende rechtliche Regeln für den Umgang mit Stiftungsmitteln durchbrochen hat

US-Präsident Donald Trump will laut Medienberichten die nach ihm benannte Wohltätigkeitsstiftung auflösen, die nach eigenem Eingeständnis bestehende rechtliche Regeln für den Umgang mit Stiftungsmitteln durchbrach. Der Sender NBC News berichtete in der Nacht zum Dienstag, die Stiftung solle aufgelöst werden, sobald die laufenden staatsanwaltlichen Ermittlungen gegen die Donald J. Trump Foundation abgeschlossen seien. Grundsätzlich hatte Trump die Absicht zur Auflösung der Stiftung bereits im Dezember 2016 bekanntgegeben, also vor seinem Amtsantritt als US-Präsident.

Die Donald J. Trump Foundation wolle zunächst noch die verbliebenen Stiftungsmittel ausgeben, sagte ein Stiftungssprecher dem Sender NBC News. Die Absichtserklärung sei den Finanzbehörden mitgeteilt worden. Die "Washington Post" berichtete, einer von Trumps Golf-Clubs habe mehr als 158.000 Dollar (umgerechnet rund 134.000 Euro) an die Stiftung überwiesen, um einen laufenden Rechtsstreit beizulegen.

Die Donald J. Trump Foundation steht seit Jahren im Verdacht, sich entgegen den geltenden rechtlichen Regelungen in politische Angelegenheiten einzumischen, Stiftungsmittel für den Erwerb eines Porträt-Bildes ihres Gründers ausgegeben und gegen das Verbot des sogenannten Selbstkontrahierens verstoßen zu haben. 2015 räumte die Stiftung ein, gegen das Verbot verstoßen zu haben, nach dem Stiftungsgründer keine gestifteten Zahlungen an sich selbst, ihre Unternehmen oder ihre Angehörigen transferieren dürfen.

Trump erklärte im vergangenen Dezember, er wolle sein "starkes Interesse an wohltätiger Arbeit" in Zukunft nicht mehr über seine eigene Stiftung, sondern "auf anderem Weg verfolgen". Trump wurde im Wahlkampf vorgeworfen, die Stiftung für seine persönlichen Belange genutzt und nur einen Bruchteil der Spenden tatsächlich für wohltätige Zwecke verwendet zu haben. Die juristischen Ermittlungen gegen die Stiftung laufen im US-Bundesstaat New York, weil die Stiftung dort ihren Sitz hat. Die Kontroverse um die Stiftung ist nur ein Teil der Debatte um mögliche Konflikte zwischen Trumps Geschäftsinteressen.