Medien: Mitarbeiter ließen Donald Trump im Ungewissen

Ena Clarke
Freie Autorin

Ist US-Präsident Donald Trump von Teilen seiner eigenen Mitarbeiter hintergangen worden, um den NATO-Gipfel im Juli in Brüssel nicht zu gefährden? Dies behauptet die “New York Times“.

Donald Trump wurde von Teilen seiner Mitarbeiter angeblich nicht immer vollumfänglich informiert (Foto: AFP)

Die renommierte Tageszeitung berichtet, dass Trumps Top-Berater vor dem Nato-Gipfel im Juli hinter den Kulissen eine gemeinsame Erklärung mit den Partnern vorverhandelt haben, die dazu führte, dass die Nato-Partner das transatlantischen Verteidigungsbündnis stärken konnten. Trump soll dabei weitestgehend von den Schritten, die zur Einigung geführt hatten, abgeschirmt gewesen sein.

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Ein solches Vorgehen würde durchaus Sinn ergeben, wenn man sich Trumps Auftritt beim G7-Gipfel im Juni in Kanada ansieht, wo er dem gemeinsamen Abschlussdokument die Unterschrift verweigerte hatte, weil Kanadas Premierminister Justin Trudeau ihm in Handelsfragen öffentlich widersprochen hatte. Laut hochrangigen Quellen aus Europa wollten US-Außenminister Mike Pompeo und US-Verteidigungsminister James Mattis einen vergleichbaren Eklat diesmal vermeiden, schreibt die “New York Times“.

Papier war fertig, bevor Trump nach Brüssel kam

Um das zu erreichen, verständigten sich die Nato-Diplomaten angeblich darauf, bereits am 6. Juli – und damit fünf Tage vor dem Gipfel – ein fertiges Papier im petto zu haben. Der Grund: Trump war damals noch nicht in Brüssel. Das gelang, das Papier kam zustande und ging am Ende des Gipfels als “Erklärung“ nach draußen.

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Demnach sei Trump nur der grundlegende Inhalt des bereits beschlossenen Papiers vorgelegt worden, schreibt die New Yorker Tageszeitung. Die Verhandlungspartner verzichteten sogar auf die ansonsten normalen Änderungen in letzter Minute – womöglich um zu verhindern, dass Trump noch dazwischen funkt. Sein Vorgänger Barack Obama habe beim Nato-Gipfel im Jahr 2016 alle beschlossenen Änderungen vorgelegt bekommen.

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