Medien: London will Freizügigkeit noch einige Jahre nach Brexit gewährleisten

Die britische Regierung will Medienberichten zufolge die Freizügigkeit in der EU nach dem Brexit übergangsweise noch einige Jahre lang ermöglichen. Die"Times" berichtete, Finanzminister Hammond habe dafür die Unterstützung sämtlicher Minister des Kabinetts

Die britische Regierung will Medienberichten zufolge die Freizügigkeit in der EU nach dem Brexit übergangsweise noch einige Jahre lang ermöglichen. Die britische Tageszeitung "Times" berichtete am Freitag, Finanzminister Philip Hammond habe dafür die Unterstützung sämtlicher Minister des Kabinetts. Das Blatt berief sich in dem Bericht auf eine "britische Quelle nahe an den Verhandlungen" über den EU-Austritt.

Die "Times" schrieb von einer angesetzten Übergangsphase von zwei Jahren, in der EU-Bürger demnach weiterhin problemlos in Großbritannien leben und arbeiten können sollen. Der "Guardian" berichtete hingegen unter Berufung auf eine Quelle aus dem Kabinett, dort sei die Fortführung der Freizügigkeit für bis zu vier Jahre nach dem Brexit bereits akzeptiert worden. "Wenn Sie die Unternehmen fragen, wann sie das vereinbart sehen wollen, sagen die 'morgen'", zitierte das Blatt die Quelle.

Premierministerin Theresa May hatte Ende vergangenen Monats ihre Pläne für die künftigen Rechte der EU-Ausländer präzisiert. Kein EU-Ausländer werde nach dem EU-Austritt Großbritanniens zum Verlassen des Landes aufgefordert, versicherte sie damals vor den Abgeordneten des Unterhauses. Derzeit leben 3,2 Millionen Menschen aus anderen EU-Ländern in Großbritannien.

Welche Rechte ihnen nach einem Brexit zugesprochen werden, hänge aber auch davon ab, welchen Status die EU den 1,2 Millionen Briten in den 27 übrigen EU-Ländern gewähre, heißt es in einem Regierungspapier. Ein "harten Brexit" würde den Ausschluss Großbritanniens aus dem Binnenmarkt zur Folge haben, auch mit dem Recht auf freie Niederlassung in der EU wäre es dann auf beiden Seiten vorbei.