Medien: Kaufhof will in Kölner Zentrale 400 Stellen streichen

Kaufhof-Filiale

Der Warenhauskonzern Kaufhof will Medienberichten zufolge in seiner Zentrale in Köln 400 Stellen streichen. Das berichten die "Bild"-Zeitung vom Donnerstag und der "Kölner Stadt-Anzeiger" auf seiner Internetseite. Demnach soll bis 2020 ein Viertel der 1600 Arbeitsplätze wegfallen. Laut Kaufhof-Chef Roland Neuwald soll es aber keine betriebsbedingten Kündigungen geben.

"Wir müssen Galeria Kaufhof fit für die Zukunft machen und brauchen eine wettbewerbsfähige Kostenstruktur", sagte Neuwald dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Diese gebe es heute noch nicht, "unsere Kosten sind viel höher als bei Wettbewerbern", fügte er hinzu.

Der "Bild"-Zeitung sagte der Firmenchef, es seien weitere Jobs in den Filialen in Gefahr, sollte die Gewerkschaft Verdi beim Tarifvertrag für die 21.000 Beschäftigten nicht zu Einschnitten beim Lohn sowie beim Urlaubs- und Weihnachtsgeld bereit sein. "Wir brauchen die wirtschaftliche Atempause, um wieder Wasser unter den Kiel zu bekommen", sagte Neuwald der Zeitung. Bei den geforderten Einbußen werde sich das Management zudem "nicht ausnehmen", sagte der Kaufhof-Chef.

Der frühere Metro-Manager Neuwald hatte Anfang November vergangenen Jahres den Chefposten bei Kaufhof übernommen. Das Unternehmen mit Sitz in Köln gehört seit 2015 zum kanadischen Handelsriesen HBC. Berichten zufolge will der österreichische Immobilienbesitzer René Benko Kaufhof für drei Milliarden Euro kaufen. Er besitzt bereits den Karstadt-Konzern.

Wie die "Wirtschaftswoche" nun berichtete, will HBC allerdings Kaufhof nicht mehr an Benko verkaufen. Darauf hätten sich Management und Aufsichtsrat von HBC verständigt, berichtete das Magazin am Mittwoch unter Berufung auf eine mit den Vorgängen vertraute Quelle.