Mediacampus: Traininghosen aus Strickpullovern - wie aus Textilmüll neues Design entsteht

Pletzinger Upcycling-Mode an der Reinhardtstraße 6 in Mitte

Es ist laut auf der Straße vor dem Friedrichstadtpalast. Ich bin neugierig und aufgeregt. Ich laufe in eine Querstraße hinein bis zu einem großen Schaufenster, über dem große, bunte Buchstaben angebracht sind. Sie ergeben den Namen "Pletzinger". Die kleinen Stufen gehe ich hinunter und öffne die Tür. Ich stehe in einem kleinen, aber doch sehr hellen Laden. Er ist gut und ordentlich sortiert und bestückt mit sehr bunter und auffälliger Kleidung.

Im hinteren Teil des Ladens zwischen Nähmaschinen und Nähutensilien sitzt ein lächelnder, großer Mann. Er begrüßt mich freundlich. Sein Name ist Wilfried Pletzinger, er ist der Besitzer des Ladens, in dem er "upcycelte" Kleidung verkauft.

Ich bin mit ihm zu einem Interview verabredet. Wilfried Pletzinger kenne ich aus einer Jugendkunstschule, wo er verschiedene Ferienkurse geleitet hat. Ich möchte von ihm wissen, was "Upcycling" ist. Man könne aus alter, vielleicht unmodischer Kleidung neue, hochwertige und moderne Kleidung herstellen, erklärt er mir. Anders als beim Recycling erhöhe man beim Upcycling den Wert der Ausgangsware.

Jährlich wandern tonnenweise Textilien in den Müll

Ich frage ihn, wie er zu dieser Idee kam. Er meint, er sei schon immer ein umweltbewusster Mensch gewesen . Nach Schätzungen landen in Deutschland mehr als eine Million Tonnen ausrangierte Textilien im Müll.

Ein Grund dafür sind die ständig wechselnde Kollektionen. Bei uns herrsche ein sogenanntes "Fast Fashion System", sagt Pletzinger, unter anderem deshalb designt...

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