Media-Markt-Konkurrent Conrad macht fast alle Filialen in Deutschland dicht – was CEO Bühler jetzt mit der Marke plant

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Das Logo der Kette Conrad
Das Logo der Kette Conrad

Die Elektromarkt-Kette Conrad hat angekündigt, noch im Laufe diesen Jahres alle Filialen – mit Ausnahme einer – zu schließen. Grund sei der Trend, dass Privatkunden weniger im stationären Handel und stattdessen vermehrt online einkaufen würden.

Bald sollen Privatkunden nur noch in der Filiale in Wernberg-Köblitz und im Online-Shop einkaufen können. Unter anderem die Filialen in Berlin, Bonn, Frankfurt am Main und München schließen.

Ihre Zukunft sieht die Kette hingegen im B2B-Bereich, also im Vertrieb von Produkten an Großkunden beziehungsweise andere Unternehmen. Dafür hat Conrad schon 2020 eine B2B-Filiale in Hürth eröffnet, derzeit ist man auf der Suche nach weiteren Standorten, um das Konzept auszuweiten.

Für die Mitarbeiter in den Filialen dürfte das aber keine Alternative sein. Sie stehen mit der Ankündigung vor dem beruflichen Aus – zumindest vorerst: Von einer Übernahme der Beschäftigten steht in der Mitteilung nämlich nichts. Lediglich, dass man in Gesprächen sei, "um sozialverträgliche Regelungen zu finden", so der Conrad-CEO Ralf Bühler. Außerdem könnten sich die Mitarbeiter auf offene Stellen in der Conrad-Gruppe bewerben.

Conrad wurde 1923 in Berlin gegründet

Es sei nicht das erste Mal in der Geschichte von Conrad, dass man im Zuge von Veränderungen im Konsumverhalten handle. In den 70er-Jahren hatte Conrad schon einmal fast alle Filialen geschlossen und sich auf den Versandhandel fokussiert. Conrad wurde bereits 1923 in Berlin als Familienunternehmen von Max Conrad gegründet, heute hat es seinen Sitz im bayerischen Hirschau. 2019 setzte das Unternehmen 946 Millionen Euro um und beschäftigte laut dem Portal eigener Aussage knapp 1400 Mitarbeiter.

Der Abwärtstrend betrifft allerdings nicht nur Conrad, sondern die Branche der Elektromärkte generell. Auch die Ketten Mediamarkt und Saturn, die beide zum Konzern Ceconomy gehören, mussten in den vergangenen Jahren Filialen schließen. Grund ist der starke Wettbewerb auf dem Markt: Die Warengruppe Unterhaltungselektronik stehe im Allgemeinen in einem sehr starken Vergleich, sagte Gerrit Heinemann, Professor für Betriebswirtschaftslehre und Handel an der Hochschule Niederrhein Business Insider. Außerdem könne der stationäre Handel mit Amazon nicht mithalten. Wie sich Conrads Strategie entwickelt, wird sich zeigen. Eins ist aber klar: Mit den Filialen fällt auch die Beratung weg, die vielen Menschen wichtig war.

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