McLaren: Platz 3 wegen Aero-Handicap opfern, kam nicht in Frage

Norman Fischer
·Lesedauer: 2 Min.

Obwohl ab 2021 das neue Aerodynamik-Handicap greift, kam es für McLaren nicht in Frage, 2020 Platz drei in der Konstrukteurs-WM einfach herzuschenken, um in diesem Jahr mehr Zeit im Windkanal verbringen zu dürfen. "Wir wachen jeden Morgen auf, weil wir unsere Gegner schlagen wollen. Und wir haben nur im Kopf, so weit vorne wie möglich zu stehen", sagt Teamchef Andreas Seidl.

Der dritte Platz in der Konstrukteurs-WM bringt McLaren finanziell einen großen Bonus, allerdings sieht das Sportliche Reglement dafür ein Handicap in der Aerodynamik-Entwicklung vor, was im Hinblick auf 2022 ein Nachteil sein kann.

Gegenüber etwa Renault auf Platz fünf darf man fünf Prozent weniger Entwicklungszeit im Windkanal nutzen und hat auch zwei Windkanal-Runs pro Woche weniger zur Verfügung.

So funktioniert das neue Handicap-System

"Ja, wir wissen um die Schritte für jede Endposition. Aber ich glaube nicht, dass diese Schritte einen so großen Unterschied machen", betont Seidl. Daher stand eine absichtlich schlechtere Position in der WM auch nie im Raum.

Andreas Seidl, Team Principal, McLaren

Andreas Seidl, Team Principal, McLaren<span class="copyright">Steven Tee / Motorsport Images</span>
Andreas Seidl, Team Principal, McLarenSteven Tee / Motorsport Images

Steven Tee / Motorsport Images

Dass es letztendlich wirklich der dritte Platz wurde, kommt für Seidl überraschend: "Wir hätten vor der Saison nie gedacht, dass wir um diese Position kämpfen würden", sagt er. "Niemand hätte erwartet, dass Ferrari solche Probleme hat. Und nachdem wir Racing Point in Barcelona gesehen und verstanden hatten, wie das Auto zusammengebaut wurde, schien auch das Auto komplett außer Reichweite zu sein."

Mit einem starken Ergebnis in Abu Dhabi konnte man sich aber beim letzten Saisonrennen noch an Racing Point vorbeischieben und Platz drei erobern - wenn auch nur dank der 15 abgezogenen Punkte für den Aston-Martin-Vorgänger.

2021 zahlt man nun den Preis in Form von weniger Aero-Entwicklung. Doch den Preis bezahlt man gerne.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.