McCain: Senat sollte Haspels Nominierung als CIA-Chefin zurückweisen

Der angesehene US-Senator John McCain kämpft gegen Krebs

Der einflussreiche republikanische US-Senator John McCain hat den Senat aufgefordert, die designierte CIA-Chefin Gina Haspel nicht für das Amt zu bestätigen. Haspels Rolle, US-Folterpraktiken überwacht zu haben, sei "verstörend", erklärte McCain am Mittwoch. Ihre "Weigerung, Folter als unmoralisch zu bezeichnen", disqualifiziere sie für das Amt der CIA-Chefin. Er sei deshalb der Auffassung, dass der Senat Haspels Nominierung zurückweisen sollte.

Haspel war nach den Anschlägen vom 11. September 2001 an einem US-Programm beteiligt, bei dem Terrorverdächtige ohne Rechtsgrundlage in Geheimgefängnisse im Ausland gesteckt und dort von CIA-Agenten vernommen worden waren. Zu ihren Methoden gehörte das berüchtigte "waterboarding", also das simulierte Ertrinken. Haspel leitete zeitweise ein solches "schwarzes" Gefängnis in Thailand. Bei einer Senatsanhörung versuchte Haspel am Mittwoch mit einem Bekenntnis gegen die Folter, Kritik an ihrer früheren Rolle abzuwehren.

McCain ist ein Vietnam-Veteran, der als Kriegsgefangener selbst gefoltert wurde. Er kämpft derzeit gegen eine Krebserkrankung, weshalb er wohl selbst nicht an der Senatsabstimmung zur Bestätigung Haspels teilnehmen wird. McCain gilt aber in den USA als erfahrener Politiker, dessen Meinung erhebliches Gewicht hat.