Mazedonisches Gericht verurteilt 33 Menschen zu langjährigen Haftstrafen

Polizei vor dem Gericht in Skopje

Zweieinhalb Jahre nach blutigen Zusammenstößen in Mazedonien sind 33 Menschen zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Ein Gericht in der Hauptstadt Skopje erklärte die ethnischen Albaner aus Mazedonien, dem angrenzenden Kosovo und Albanien am Donnerstag für schuldig. Im Mai 2015 hatte eine schwer bewaffnete Gruppe aus ethnischen Albanern in Nordmazedonien gegen Sicherheitskräfte gekämpft. Dabei wurden 18 Menschen getötet, darunter acht Polizisten.

Das Gericht verhängte jetzt sieben lebenslange Gefängnisstrafen, 26 Angeklagte müssen zwischen zwölf und 40 Jahren in Haft verbringen. Der Großteil von ihnen wurde wegen "Terrorismus" verurteilt, weil sie die Sicherheitskräfte in der Stadt Kumanovo damals mit aus einer Polizeiwache gestohlenen Waffen angegriffen haben sollen. Zuvor hatten die Angeklagten die Vorwürfe zurückgewiesen und von Selbstverteidigung gesprochen. Vier Beschuldigte wurden freigesprochen.

Der Verteidiger Naser Raufi erklärte, derart hohe Strafen nicht erwartet zu haben. Ihmzufolge waren die Zusammenstöße vom "Geheimdienst" organisiert, weswegen er unabhängige Ermittlungen forderte. Einige Angeklagte wurden aus dem vollen Gerichtssaal geworfen, weil sie lautstark Rache ankündigten, wie ein AFP-Reporter berichtete.

Die zweitägigen Kämpfe 2015 waren die schlimmsten seit Jahren. Bereits 2001 gab es im Norden Mazedoniens einen Aufstand ethnischer Albaner. Er endete mit einem Abkommen, das den Albanern mehr Rechte zusagte. Etwa ein Viertel der rund zwei Millionen Einwohner Mazedoniens gehören der albanischen Minderheit an.