May wirbt für möglichst enges wirtschaftliches Verhältnis zur EU nach Brexit

Premierministerin May

Die britische Premierministerin Theresa May wirbt für ein möglichst enges wirtschaftliches Verhältnis zur EU nach dem Brexit. Notwendig sei ein möglichst "breites und tiefgehendes Abkommen", heißt es in einer für Freitag geplanten und mit Spannung erwarteten Rede Mays, von der Auszüge im Vorfeld veröffentlicht wurden. Das Abkommen solle eine umfassendere Zusammenarbeit festschreiben als "jedes andere Freihandelsabkommen der Welt" und mehr Sektoren umfassen.

Dieses Ziel sei "erreichbar" und im Interesse Großbritanniens und der EU, heißt es in Mays Redetext weiter. Verkehrsminister Chris Grayling sagte am Freitag dem Sender BBC, die Premierministerin werde auch deutlich machen, "dass es Dinge gibt, die wir nicht haben können, wenn wir den Binnenmarkt und die Zollunion verlassen".

Die Premierministerin wird in ihrer Rede die Position Londons zu den Beziehungen zur EU nach dem sogenannten Brexit näher darlegen. Am Mittwoch hatte sie empört auf den Vorschlag des EU-Chefunterhändlers Michel Barnier reagiert, Nordirland notfalls de facto im EU-Binnenmarkt und der Zollunion zu belassen.

May sagte am Mittwoch zu dem von der EU vorgelegten Vertragsentwurf für den britischen EU-Austritt, dies würde "den gemeinsamen britischen Markt untergraben und die verfassungsmäßige Integrität des Vereinigten Königreichs bedrohen". Sie hob hervor: "Kein britischer Premierminister könnte dem jemals zustimmen."