May will Parlament nicht über Wiedereinführung der Fuchsjagd abstimmen lassen

Die Fuchsjagd bleibt in Großbritannien verboten

Die Fuchsjagd bleibt in Großbritannien verboten. In dieser Legislaturperiode werde es im Parlament keine Abstimmung über eine Wiedereinführung der umstrittenen Treibjagd auf Füchse mit Hundemeuten geben, sagte Premierministerin Theresa May am Sonntag in der BBC. Damit rückt May von einem Wahlversprechen ab. Ihre konservativen Tories hatten vor der Parlamentswahl im Juni 2017 versprochen, das Parlament über eine Wiedereinführung der Fuchsjagd abstimmen zu lassen.

Ihre persönliche Meinung über die Fuchsjagd habe sich nicht geändert, sagte May, die nach eigenen Angaben zwar noch nie an einer Fuchsjagd teilgenommen hat, den umstrittenen Sport aber unterstützt. In ihrem Job als Premierministerin gehe es aber "nicht darum, was ich über etwas denke", sagte May. "Es geht darum, welche Meinung das Land hat." In der Frage der Fuchsjagd habe es von den Briten eine "klare Botschaft" gegeben.

Das Verbot der Jagd auf Füchse und andere Säugetiere mit Hunden in England und Wales war 2004 von der damaligen Labour-Regierung erlassen worden. Gegen das Versprechen der Tories, die Fuchsjagd wieder zu erlauben, hatte die oppositionelle Labour-Partei massiv Wahlkampf gemacht. Labour-Chef Jeremy Corbyn bezeichnete die Fuchsjagd als "grausam und barbarisch".

Die Jagdlobby hatte Ende Dezember aber massiv Druck ausgeübt und May an ihr Wahlversprechen erinnert - der zweite Weihnachtstag ist in Großbritannien der Hauptjagdtag der Fuchsjäger. Die Präsidentin der Countryside Alliance, Ann Mallalieu, warnte, eine Nichterfüllung des Versprechens werde tausende Briten "unzufrieden" machen.

Tierschützer begrüßten dagegen Mays Kehrtwende. Chris Pitt von der Liga gegen grausamen Sport erklärte, die Treibjagd auf Füchse sei eine "barbarische" Jagdmethode, bei der Tiere von Hunden "in Stücke gerissen" würden. Die Regierung habe endlich erkannt, dass es einen so grausamen Sport im 21. Jahrhundert nicht mehr geben dürfe.