Gorki Theater: Auf zum Mars mit Sibylle Berg

Abak Safaei-Rad, Suna Gürler, Nora Abdel-Maksoud und Svenja Liesau (v.l.) tanzen sich ihr mittelmäßiges Leben aus den Gliedern

Sie kamen allein, dann kehrten sie mit ihren Töchtern zurück, nun haben sie Kerle im Schlepptau. Ausgerechnet. Von Männern haben sie eigentlich nie besonders viel gehalten. Sibylle Bergs furioses Frauen-Quartett ist zurück. Sie tanzen wieder, sie stampfen wieder, sie schütteln sich auf der komplett leer geräumten Bühne ihr mittelmäßiges Leben aus den Gliedern, die dieses Mal in orangefarbenen Raumfahrtanzügen stecken. Never change a losing team. Nach "Es sagt mir nichts, das sogenannte Draußen" und "Und dann kam Mirna" feierte am Sonntag Teil drei der "Menschen mit Problemen"-Serie Uraufführung im Maxim Gorki Theater. Der Titel lautet "Nach uns das All – das innere Team kennt keine Pause", Regie führte wieder Sebastian Nübling.

Das mit den Männern ist dabei nur notwendiges Übel für eine größere Mission. Für eine Reality-Show wollen sie den Mars besiedeln und dort eine neue Gesellschaftsordnung aufbauen. Aber fürs Besiedeln braucht es nun mal Männer, wegen Sex, wie sie leicht angeekelt erklären. Und sie casten sich also in unserem Beisein ihren Raumfahrtmissionspartner. So weit die vordergründige Handlung. Im Gegensatz zu den ersten beiden Teilen hat Sibylle Berg dieses Mal neben den bewährten Seitenhieben auf die meist peinlichen Selbstoptimierungsanstrengungen des Einzelnen und allerlei Zeitgeistiges auch eine politische Grundierung eingezogen.

Das Ganze spielt nämlich in einer sehr nahen Zukunft, in einer Zeit, in der "alle Länder von Männern regiert werden, die nackt auf Pfe...

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