Max Giesinger: Weniger Social Media ist gut für die Gesundheit

Wie viele von uns hatte auch Sänger Max Giesinger (33, 'Wenn sie tanzt') ein etwas zwanghaftes Verhältnis zu Social Media. Ständig hat er geschaut, was im Netz so los ist und das hat ihn dann irgendwann ziemlich genervt.

Ein bisschen Pause

So hat der Star sich eine halbjährige Pause vom Instagram-Checken & Co gegönnt, denn er fand es zunehmend ungesund. "Der ganze Körperkult, der Perfektionismus und die Selbstdarstellerei auf Portalen wie Instagram triggern das Schlechte in uns allen", befand der Süddeutsche im Interview mit 'DB Portal'. "Das kann wirklich gefährlich sein, nicht umsonst ist die Zahl der psychischen Erkrankungen gestiegen, seit es Social Media gibt." 2017 hatte es ihn ganz besonders angefasst, da hatte sich Jan Böhmermann online über seine Musik lustig gemacht und plötzlich wurde aus allen Rohren auf ihn geschossen - so hatte er es jedenfalls im Gefühl. Das habe ihn "richtig umgehauen". Der Chartstürmer wurde immer paranoider: "Ich war verunsichert, wenn mich Leute auf der Straße freundlich angeguckt haben, ich wusste nicht mehr: Lächeln die mich gerade an, oder lachen die über mich?"

Max Giesinger füllte eine Leere

Das war kein Zustand, und so holte sich der Star holte sich professionelle Hilfe. In der Therapie wurde auch darüber gesprochen, warum er so viel Bestätigung brauchte. Der Musiker erkannte, dass er damit eine Leere, eine mangelnde Selbstliebe zuschütten wollte. Diese Selbsterkenntnis brachte ihm ein wenig mehr Frieden und er wünscht sich, dass sich mehr Menschen bei psychischen Problemen an andere wenden. "Sich darum zu kümmern, sich mit sich selbst und seiner Vergangenheit auseinanderzusetzen, das sollte eigentlich jeder tun. Ich empfinde das als großes Zeichen von Stärke."

Aber das bedeutet nicht, nicht auch mal schwach zu sein und das auch offen zuzugeben. Das Männlichkeitsbild sei nach wie vor von einem unerreichbaren und ziemlich ungesunden Vorstellungen geprägt. "Dieser komische Glaube, dass 'Männlichkeit' bedeutet, man müsse permanent Stärke zeigen, seine Gefühle kontrollieren, unverletzlich sein oder Unsicherheiten verdrängen, der hilft auf jeden Fall niemandem", meinte der Künstler im Gespräch mit 'Südkurier'. Und so geht Max Giesinger mit gutem Beispiel voran und erzählt von seinen Schwierigkeiten und hofft, dass er damit vielleicht auch andere inspiriert, offener zu sein.

Bild: Daniel Bockwoldt/picture-alliance/Cover Images

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