Max Giesinger bei "Sing meinen Song" zu Tränen gerührt

Nadine Wenzlick

Die siebte Staffel von "Sing meinen Song - Das Tauschkonzert" ist gestartet - doch nicht der emotionale Rückblick auf seine Kindheit, seinen steinigen Karriereweg und vergangene Beziehung brachte Max Giesinger zum Weinen, sondern die Lebensgeschichte von Rapper MoTrip...

So hatte Max Giesinger sich den Auftakt von "Sing meinen Song - Das Tauschkonzert" wohl nicht vorgestellt. Für die siebte Staffel der erfolgreichen VOX-Sendung folgte er gemeinsam mit Pop-Überflieger Nico Santos, Songwriterin LEA, Selig-Sänger Jan Plewka, Ilse DeLange von der niederländischen Band The Common Linnets und Rapper MoTrip der Einladung von Gastgeber Michael Patrick Kelly nach Südafrika - und ehe er sich versah, flossen bei ihm die Tränen ...

"Max Giesinger ist einer der größten Deutsch-Pop-Stars. Er schreibt große Pop-Hymnen und ist der Ohrwurm-König", sagte Michael Patrick Kelly über den Künstler im Fokus der Auftaktfolge. Etwas, wovon der 31-jährige Wahlhamburger schon in jungen Jahren geträumt hat. "Als Kind saß ich abends im Bett und habe gebetet, dass ich mal ein erfolgreicher Musiker werde", erzählte Giesinger.

Seine Ausbildung zum Bankkaufmann brach er nach zwei Wochen ab. "Das Hauptproblem war: Der Musiker schläft sehr gerne aus. Für mich war das wie Folter. Meine Kollegen meinten damals, dass noch kein Auszubildender so krass vor sich hin vegetiert habe, wie ich." Doch auch mit der Musikkarriere wollte es anfangs nicht klappen. "Ich habe in meinem Musikerleben viele Klatschen bekommen", so Giesinger. Zu Beginn seiner Karriere hätten ihm die Plattenfirmen reihenweise abgesagt. Doch Giesinger gab nicht auf. Davon handelt auch das Stück "Auf das was da noch kommt" - eine Hymne ans Weitermachen, der Nico Santos im Rahmen des Tauschkonzerts eine große Portion Groove verpasste.

MoTrips Flüchtlings-Hymne rührt zu Tränen

Mit dem Song "80 Millionen" gelang Giesinger schließlich der Durchbruch. "Gibt es das Mädchen aus dem Song?", wollte Gastgeber Kelly wissen. Tatsächlich hat Giesinger das Lied für seine damalige Freundin geschrieben. "Als dann der Erfolg kam, war ich nur noch unterwegs", sagte er. "Der Song, den ich für sie geschrieben habe, war der Grund, dass es mit uns auseinander ging." Giesinger war sichtlich überrascht, als sich ausgerechnet MoTrip jenes Stück vornahm. Der Rapper aus Aachen textete den Song allerdings komplett um. In seiner Version erzählte er davon, wie seine Familie vor dem Krieg im Libanon nach Deutschland floh und er hier seine Identität fand. "Alles verloren in der Nacht als wir flohen / Und mich dann hier gefunden als einer von 80 Millionen", rappte er.

Diese emotionalen Zeilen brachten Giesinger schnell an seine Grenzen: Erst begann seine Lippe zu zittern, dann schossen ihm die Tränen in die Augen. "Ich bin emotional komplett durch den Wind, nach nicht einmal 30 Minuten", so Giesinger. Michael Patrick Kelly kam ihm zur Hilfe. "Es sind gerade circa 70 Millionen auf der Flucht, und du hast diesen 70 Millionen Menschen eine Stimme gegeben", zollte er MoTrip Tribut. Der gab sich bescheiden: "Ich bin so unendlich dankbar dafür, nach Deutschland gekommen zu sein, und schäme mich schon fast gegenüber all denen, die es nicht schaffen. Wir leben in so einem krassen Luxus. Selbst wenn wir mal Probleme haben, das sind kleine Wehwehchen."

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Keiner kann MoTrip das Wasser reichen

Was es sonst noch gab? Ilse DeLange präsentierte eine gelungene Country-Version von "Für dich", LEA machte "Für immer" zur energetischen Klavierballade, und Jan Plewka, Frontmann von Selig, empfahl sich mit einer einmaligen Performance des traurigen Liebeslieds "Leerer Raum" als Geheimtipp der Staffel. Michael Patrick Kelly derweil übersetzte "Wenn sie tanzt" eins zu eins ins Englische - ein Song, den Giesinger als Hommage an seine alleinerziehende Mutter geschrieben hat. "Ich habe als Teenie nicht immer zu schätzen gewusst, was meine Mutter für mich geopfert hat", so Giesinger. "Als ich ihr den Song gezeigt habe, war sie zu Tränen gerührt."

Trotzdem: MoTrip konnte niemand mehr das Wasser reichen, und Giesinger wählte sein Cover von "80 Millionen" zu Recht zum Song des Abends. "MoTrip hat es geschafft, mich emotional so zu berühren, wie es lange kein Mensch mehr geschafft hat", so Giesinger. Doch MoTrip gab die Blumen direkt zurück. "Da ist so viel Tiefgang in deiner Musik." Ein Kompliment, dass Giesinger, den Jan Böhmermann für seinen preisgekrönten TV-Beitrag "Eier aus Stahl" einst als Negativbeispiel seelenloser Industriemusik auserkoren hatte, in einem ganz anderen Licht erstrahlen lässt.

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