Max Conze wird neuer Vorstandschef beim Medienkonzern Pro Sieben Sat 1. Der frühere Dyson-Chef wird Nachfolger des glücklosen Thomas Ebeling.

Max Conze wird neuer Vorstandschef beim Medienkonzern Pro Sieben Sat 1. Der 48-Jährige war bis Herbst Chef des Staubsauger-Spezialisten Dyson.


Max Conze wird neuer Vorstandschef beim Medienkonzern Pro Sieben Sat 1. Das teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Er tritt dabei die Nachfolge von Thomas Ebeling an, der neun Jahre an der Spitze des Unternehmens gestanden hatte. Bis zum Amtsantritt von Conze am 1. Juni wird Vize-Vorstandchef Conrad Albert interimistisch den Vorstandsvorsitz vom 23. Februar bis zum 31. Mai 2018 übernehmen.

Ebeling war im vergangenen Herbst über eine despektierliche Äußerung über die eigenen Zuschauer gestolpert. „Es gibt Menschen, ein bisschen fettleibig und ein bisschen arm, die immer noch gerne auf dem Sofa sitzen, sich zurücklehnen und gerne unterhalten werden wollen. Das ist eine Kernzielgruppe, die sich nicht ändert“, hatte der 59-Jährige im November zu Analysten gesagt.

Das kostete Ebeling den Job, obwohl sein Vertrag noch bis Mitte 2019 lief. Bereits zuvor war er wegen eines schwachen Fernsehgeschäfts und des schlechten Aktienkurses unter Druck geraten. Die Vorlage der Jahresbilanz 2017 am Donnerstag ist sein letzter Auftritt.


Wie schon sein Vorgänger ist auch der aus Bielefeld stammende Conze ein bislang unbeschriebenes Blatt in der Medienbranche. Allerdings hatte er zuletzt mit einem handfesten Streit mit seinem Arbeitgeber Dyson für Schlagzeilen gesorgt: Conze war Geheimnisverrat vorgeworfen worden, er wehrte sich vor Gericht, schließlich einigten sich beide Seiten außergerichtlich, ohne Details zu nennen.

Der aus Deutschland stammende Conze war seit 2011 Chef des britischen Hausgeräte-Herstellers Dyson. Anfang Oktober 2017 wurde der 48-Jährige an der Spitze durch James Rowan ersetzt, der zuvor für das laufende Geschäft zuständig war.

Im Zuge der Trennung hatten sich Conze und Dyson eine juristische Auseinandersetzung geliefert. Dyson – bekannt vor allem für seine beutellosen Staubsauger – warf dem Deutschen unter anderem Geheimnisverrat vor. Im Dezember einigten sich beide Seiten aber außergerichtlich.

Ebeling war 2009 vom Pharmakonzern Novartis zu Pro Sieben Sat 1 gekommen. Er hat das aus der Pleite des Kirch-Konzerns hervorgegangene Unternehmen wieder profitabel gemacht und neu aufgestellt. Inzwischen erwirtschaftet der Medienkonzern die Hälfte seines Umsatzes außerhalb des Werbefernsehens, vor allem mit Internet-Portalen wie Parship und im Produktionsgeschäft.


Aufsichtsratschef Werner Brandt sagte, Conze habe internationale Managementerfahrung und Dyson zu einem stark wachsenden globalen Technologie-Konzern ausgebaut. Mit Innovationsstärke und Marketingverständnis werde er ProSiebenSat.1 „zu neuen Erfolgen führen“.

Ebeling war 2009 vom Pharmakonzern Novartis zu Pro Sieben Sat 1 gekommen. Er hat das aus der Pleite gegangenen Kirch-Konzerns hervorgegangene Unternehmen wieder profitabel gemacht und neu aufgestellt. Er überließ Start-up-Unternehmen unverkaufte Werbezeiten und ließ sich dafür mit Umsatz- oder Formenanteilen bezahlen. Inzwischen erwirtschaftet der Medienkonzern die Hälfte seines Umsatzes außerhalb des Werbefernsehens, vor allem mit Internet-Portalen wie Parship und im Produktionsgeschäft. Als erster Medienkonzern überhaupt stieg Pro Sieben Sat 1 in den Aktienindex Dax auf.

Zwar wächst dieser Bereich nach wie vor – die Probleme im viel profitableren Kerngeschäft kann er allein aber nicht auffangen. Seit längerem kämpft Pro Sieben Sat 1 mit sinkenden Zuschaueranteilen und der Konkurrenz von Internet und Streamingdiensten wie Netflix. US-Serien wie „Empire“ oder „This is us“ floppten und zwangen zu Abschreibungen und der Korrektur der Gewinnprognose.

Pro Sieben Sat 1 hat angekündigt, mehr in lokale Inhalte zu investieren. Für das wachsende Geschäft mit Internet-Portalen sucht der Konzern derzeit einen Partner, im Gespräch ist die US-Firma General Atlantic, mit der Pro Sieben Sat 1 bereits kaeuferportal.de betreibt.