Mauerbau: Berlin darf den Schrecken nicht vergessen

Die Gedenkstätte an der Bernauer Straße mit der Kapelle der Versöhnung

Linien aus Pflastersteinen auf der Straße. Kunstwerke an der East Side Gallery. Wegweiser für Erholungssuchende, die den "Mauerweg" entlangradeln. Nein, es ist nicht viel, was im Alltag der Berliner an die Mauer erinnert, an jenes mons­tröse Bauwerk, mit dem die Führung der DDR ihre eigenen Bürger einsperrte, Familien zerriss und ihr Wesen als menschenverachtende Diktatur dokumentierte. Warum gerade am Sonntag daran erinnert wird? Richtig, da war ja was, am 13. August, damals im Jahr 1961. Es war der Tag des Mauerbaus. Die deutsche Teilung wurde zementiert. Der Glaube an ein Ende des Kalten Krieges rückte in weite Ferne.

56 Jahre später und fast 28 Jahre nach dem Mauerfall ist das Gedenken in den Hintergrund gerückt. Die Stadt müht sich, ihre Zukunft zu gestalten und genießt ihren Ruf als hippe Metropole. Soweit, so verständlich. Doch auch die Vergangenheit, die Schrecken und das Leid, dürfen nicht in Vergessenheit geraten. Aus Respekt vor den Mauertoten. Aus Verantwortung, dass antidemokratische und menschenverachtende Ideologien nie wieder Fuß fassen.

Bild Nr. 1:
Arbeiter erhöhen die Sektorensperre an der Bernauer Straße in Berlin im August 1961 Bildarchiv / dpa

In Stein gegossene Zeugnisse der Brutalität des DDR-Regimes können dabei helfen. Die Stasiopfer-Gedenkstätte in Hohenschönhausen. Aber auch das einstige DDR-Polizeigefängnis an der Keibelstraße am Alexanderplatz. Der Senat müsste das Gebäude und die Zellen, in denen auch Oppositionelle mal­trätiert wurden, nur endlich der Öffentlichkeit zugänglich machen. SPD, Linke und Grüne haben sich bisher aber lediglich darauf verständigt, ...

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