Mattis: Damaskus nahm Trumps Warnungen vor neuem Giftgasangriff "ernst"

Die Warnungen von US-Präsident Donald Trump vor einem neuen Chemiewaffenangriff in Syrien sind nach den Worten seines Verteidigungsministers Jim Mattis in Damaskus offenbar gehört worden

Die Warnungen von US-Präsident Donald Trump vor einem neuen Chemiewaffenangriff in Syrien sind nach den Worten seines Verteidigungsministers Jim Mattis in Damaskus offenbar gehört worden. "Es sieht so aus, als hätten sie die Warnungen ernst genommen", sagte Mattis am Mittwoch vor Journalisten auf dem Weg zu einem Nato-Treffen in Brüssel.

Trumps Sprecher Sean Spicer hatte am Montagabend die Führung des syrischen Machthabers Baschar al-Assad beschuldigt, einen weiteren Chemiewaffeneinsatz zu planen. Er drohte damit, Assad werde einen "hohen Preis" zahlen, sollte es tatsächlich dazu kommen.

Im April hatte Trump als Reaktion auf einen mutmaßlichen Chemiewaffenangriff auf das von Rebellen kontrollierte Dorf Chan Scheichun die syrische Luftwaffenbasis Schairat mit Marschflugkörpern beschießen lassen. Nach Angaben von Spicer beobachteten die US-Geheimdienste auf demselben Stützpunkt erneut verdächtige Aktivitäten.

Auf die Frage, woher er wisse, dass Trumps Drohungen erfolgreich gewesen seien, sagte Mattis am Mittwoch, "sie haben es nicht getan". Er meinte damit offenbar, dass es seit Montag keinen Chemiewaffenangriff gegeben habe. Gleichzeitig aber wies der darauf hin, dass "Assads Chemiewaffenprogramm weit über ein Flugfeld hinaus" gehe.

Bei dem mutmaßlichen Giftgasangriff auf Chan Scheichun waren Aktivisten zufolge mindestens 87 Menschen getötet worden, darunter viele Kinder. Bilder der Toten und Verletzten hatten weltweit Empörung hervorgerufen. Damaskus weist hingegen die Vorwürfe zurück.