Matthias Walkner bei Dakar-Halbzeit: "Honda-Fahrer sind besser gefahren"

Gerald Dirnbeck

Bei Halbzeit der Rallye Dakar in Saudi-Arabien hält Matthias Walkner den sechsten Platz im Gesamtklassement. Sein Rückstand auf Honda-Fahrer Ricky Brabec beträgt 33 Minuten und 39 Sekunden. Auf den zweiten Platz fehlen dem Österreicher nur rund acht Minuten. Walkner ist bei Halbzeit der Rallye der zweitbeste KTM-Fahrer. Sein Teamkollege Toby Price ist Dritter.

Honda ist nach sechs von zwölf Etappen in der besseren Position als KTM. Seit 2001 ist die österreichische Marke ungeschlagen. Endet diese Serie? "Klar, dieser Tag wird kommen", sagt Walkner. "Wenn nicht in diesem Jahr, dann im nächsten oder in zwei Jahren. Es ist schon verrückt, 18 Mal in Serie zu gewinnen. Aber es ist eine interessante Herausforderung."

"Schon oft haben Honda und Yamaha stark ausgesehen, aber am Ende haben wir gewonnen. Aber klar, momentan hat Honda die besseren Karten in der Hand. Man hat aber bei Kevin gesehen, wie schnell sich alles ändern kann", spricht Walkner den Motorschaden bei Honda-Konkurrent Kevin Benavides an. "Sie müssen bis zum Schluss kämpfen."

Physisch ist die Rallye in Saudi-Arabien sehr anstrengend

Physisch ist die Rallye in Saudi-Arabien sehr anstrengend KTM

KTM

Und die Dakar in Saudi-Arabien ist nicht nur für das Material eine Herausforderung, sondern auch für die Fahrer. Am sechsten Tag, als mehr als 800 Kilometer zurückgelegt werden mussten und die Speziale fast 500 Kilometer betrug, war auch Walkner körperlich am Limit. Die meiste Zeit ist er alleine im Offroad-Bereich gefahren und war am Abend sehr müde.

"Ich habe einen Punkt gesehen und einen Tinnitus gehabt", schildert der Österreicher nach der langen Etappe vor dem Ruhetag. "Wenn man den ganzen Tag gefühlsmäßig nur Vollgas fährt und es so laut ist, dann brummt der Kopf. Links oben hatte ich immer das Gefühl, dass dort ein Vogel, ein Hubschrauber oder ein anderer Fahrer ist."

"Bisher war die Rallye wirklich hart. Jeder ist sehr, sehr schnell und niemand macht Fehler, wie ich sie vor zwei Tagen gemacht habe. Aber wir haben gesehen, wie schnell sich alles von Tag zu Tag verändert. Ich muss mein Bestes geben und dann sehen wir weiter. Momentan sieht es nicht knapp aus. Ich denke, die Honda-Fahrer sind besser als wir gefahren."

"Aber im Vorjahr war es genauso und an Tag acht oder neun hat sich alles geändert. Und selbst am letzten Tag kann man noch 30 Minuten verlieren. Das Rennen ist erst zu Ende, wenn man im Ziel ist", hält Walkner fest. Sein Teamkollege Price hatte zum Beispiel kurz vor dem Ziel der sechsten Etappe einen Reifenschaden. Husqvarna-Kollege Andrew Short half mit seinem Hinterreifen aus.

"Man kann für die Dakar keine wirkliche Strategie machen" sagt Walkner deshalb. "Ich versuche jeden Tag mein Bestes zu geben, denn im Endeffekt kann ich nichts ändern. Man sieht, wie schnell sich alles ändern kann." Denn die Entscheidung wird erst in der zweiten Woche fallen. Ab Platz zwei ist das Verfolgerfeld dicht beisammen.

Gesamtwertung nach 6 von 12 Etappen (Top 10):

Pos. Fahrer Motorrad Zeit
1 United States Ricky Brabec Honda 23:43:47 Stunden
2 Chile Pablo Quintanilla Husqvarna +20:56 Minuten
3 Australia Toby Price KTM +25:39
4 Chile Ignacio Cornejo Honda +25:41
5 Spain Joan Barreda Honda +32:58
6 Austria Matthias Walkner KTM +33:39
7 Argentina Luciano Benavides KTM +39:02
8 United States Skyler Howes Husqvarna +1:04:50 Stunden
9 Slovakia Stefan Svitko KTM +1:07:49
10 Argentina Franco Caimi Yamaha +1:10:24

Mit Bildmaterial von KTM.