Matthias Ginter verlor wegen Terror zeitweise Lust am Fußball

Matthias Ginter von Borussia Mönchengladbach musste schon zwei Anschläge aus nächster Nähe miterleben. Zwischenzeitlich verlor er gar die Lust am Job.

Weltmeister Matthias Ginter hatte nach zwei Anschlägen und einer konkreten Anschlagsdrohung beinahe die Lust am Fußball verloren. Das sagte der 23 Jahre alte Abwehrspieler von Borussia Mönchengladbach dem Süddeutsche Zeitung Magazin.

Ginter stand in Paris am 13. November 2015 beim Länderspiel zwischen Frankreich und Deutschland auf dem Platz, als Attentäter vor dem Stade de France Bomben zündeten und bei mehreren Terroranschlägen in Paris 130 Menschen getötet wurden. Er saß zudem im Mannschaftsbus von Borussia Dortmund, auf den ein Anschlag verübt wurde, und stand im November 2015 im DFB-Aufgebot für das Länderspiel in Hannover gegen die Niederlande, das wegen konkreter Terrordrohungen kurzfristig abgesagt werden musste.

Als Ginter nach dem Anschlag auf den BVB-Bus im April 2017 erstmals zur Ruhe kam, "da wurde mir erst bewusst, wie sehr ich noch unter Schock stand. Ich saß daheim und dachte: Ich höre mit dem Fußballspielen auf", sagte Ginter.

Er berichtete weiter: "Gedanken habe ich mir sehr ernsthaft gemacht und über mehrere Tage hinweg." Schließlich sei er davon abgekommen: "Ich habe beschlossen, dass ich mir nicht nehmen lasse, was ich am meisten liebe. Und das ist das Fußballspielen. Hundertprozentige Sicherheit gibt es leider nicht mehr. Aber ich kann mich nicht zu Hause einsperren und nicht mehr rausgehen."