Matthäus: Ancelottis Autorität wird untergraben

Nadine Anna Münch, Marcel Bohnensteffen
Carlo Ancelotti und Sportdirektor Hasan Salihamidzic: Nicht jedem beim FC Bayern gefällt der Umgang mit Thomas Müller

Es ist die große Personalie beim FC Bayern: Thomas Müller und seine Rolle als Reservist. 

In Bremen saß der Nationalspieler beim Anpfiff erneut nur auf der Bank. Sehr zu seinem Unmut. Nach dem Spiel schimpfte Müller: "Ich weiß nicht, welche Qualitäten der Trainer genau sehen will. Meine sind scheinbar nicht zu einhundert Prozent gefragt."

Unverständnis über Ancelottis Umgang mit Müller

Unverholene Kritik über sein momentanes Dasein beim Rekordmeister. Seitdem der Stürmer diese öffentlich gemacht hat, erfährt er breite Unterstützung - vor allem aus den eigenen Reihen. 


Teamkollege Mats Hummels merkte zuletzt an: "Ich lasse auf Thomas nichts kommen." Und auch Torwart Manuel Neuer befand in der Sport Bild: "Thomas ist gut drauf. Ich gehe davon aus, dass er die nächsten Wochen wieder von Beginn an spielen wird."

Auffällige Worte der Bayern-Stars, die sich mit dem Stimmungsbild innerhalb der Mannschaft decken.


Wie das Magazin schreibt, soll intern Unverständnis über Ancelottis Umgang mit Müller herrschen - selbst bei den Klubverantwortlichen.

Matthäus: "Der Verein muss das unterbinden"

Wohl auch deshalb sind Hummels und Neuer jetzt in dieser Sache vorgeprescht. Lothar Matthäus, Ex-Kapitän des Rekordmeisters, sieht genau darin jedoch eine Gefahr für das Innenleben der Münchner. 

"Es ist ein nicht zu unterschätzendes Gefahrenpotenzial, wenn sich Spieler in die Entscheidung des Trainers einmischen und Politik machen", sagte er der Sport Bild. "Der Verein muss das unterbinden, denn die Autorität des Trainers wird untergraben."

Bislang hatten sich die Bosse in dieser Sache auffallend zurückgehalten. Selbst als Oliver Bierhoff, Teammanager der Nationalmannschaft, unter der Woche bekundete: "Ich würde mir wünschen, dass man im Verein sagt: Der muss spielen."

Die Entscheidung über Müllers Rolle bei Bayern fällt allerdings Ancelotti. Am Samstag in Hoffenheim (ab 18.30 Uhr im LIVETICKER) wartet der nächste Härtefall

Vielleicht kehrt vorläufig wieder Ruhe ein, wenn Ancelotti Müller von Beginn an spielen lässt.