Mattel will nach heftiger Kritik digitalen Assistenten für Kinder nicht verkaufen

Mattel-Chefin Georgiadis im Juli

Nach heftiger Kritik mehrerer Organisationen sowie aus der Politik wird der US-Spielwarenhersteller Mattel seinen digitalen Assistenten für Kinder nicht auf den Markt bringen. Mattel erklärte am Donnerstag in einer E-Mail, nach einer erneuten gründlichen Prüfung des Produkts Aristotle sei entschieden worden, dass es nicht zur "neuen Technologie-Strategie von Mattel" passe. Daher werde der intelligente Lautsprecher, der sich besonders an den Bedürfnissen von Kindern orientiert und außerdem mit einer Kamera ausgestattet ist, nicht verkauft.

Mattel hatte Aristotle im Januar als kinderfreundliche Alternative zu Geräten wie Echo von Amazon und Home von Google angepriesen. Das Gerät funktioniert wie die Assistenten der Technologiekonzerne, erkennt Stimmen und nimmt Befehle entgegen. Er ist zusätzlich mit einer Kamera ausgestattet und helfe Eltern dabei, "ihre Kinder zu beschützen" und zu ihrer Entwicklung beizutragen, hieß es damals. Mehrere Organisationen, die sich für den Schutz der Privatsphäre einsetzen, sowie zwei US-Parlamentarier meldeten daraufhin aber ernste Bedenken gegen Aristotle an.

Eine Kampagne mit dem Titel "Für eine Kindheit ohne Werbung" sammelte zudem 15.000 Unterschriften für die Forderung an Mattel, den Sprachassistenten nicht auf den Markt zu bringen. Die Gegner des Geräts befürchteten nicht nur einen Eingriff in die Intimsphäre der Kinder, sondern auch, dass sie zu Marketing-Adressaten und potenziellen Hacker-Opfern würden. Mattel wollte Aristotle eigentlich schon im Sommer zum Preis von 299 Dollar (knapp 256 Euro) in den Handel bringen.