Matratzen im Test: Die teuerste ist am schlechtesten

Sandra Alter
Freiberufliche Journalistin
(Bild: gettyimages)

Eine gute Matratze ist wichtig für erholsamen Schlaf! Stiftung Warentest überprüft regelmäßig neue Modelle. Im aktuellen Test stellte sich heraus: Die teuerste Matratze ist Schlusslicht, eine der günstigsten ist die Beste.

Wenn Stiftung Warentest Matratzen testet, müssen die ordentlich was aushalten. Um etwa die Haltbarkeit zu überprüfen, rollt im Testlabor eine 140 Kilogramm schwere Walze 60.000 Mal über jede Matratze. Um den Einfluss von Feuchtigkeit und Temperatur zu ermitteln, muss jedes Modell 24 Stunden bei 37 Grad und 80 Prozent Luftfeuchtigkeit in einer Klimakammer verbringen und danach im Härtetest seine Haltbarkeit unter Beweis stellen.

Im aktuellen Test hat Stiftung Warentest 20 neue Matratzen überprüft. Die meisten davon werden nicht mehr im traditionellen Matratzenhandel, sondern über den Direktversand verkauft. Die Neuen werden meist vollmundig beworben und tragen Namen wie Casper, Felix, Joko, Paul und Paula. Klingt wie eine aufgekratzte Kindergartengruppe und es fällt schwer sie nicht zu bemerken, so die Verbraucherschützer.

Doch die dicken Werbeversprechen halten nicht alle. Im aktuellen Test holte die online vertriebene Casper für 475 Euro den Testsieg. Sie ist „mittel bis weich“ und eignet sich in Rückenlage für alle Körpertypen „gut“. Den Haltbarkeitstest bestand Casper mit „Sehr gut“, die gleiche Note vergaben die Tester für den Bezug. Insgesamt kam der Testsieger auf die Wertung 2,3.

Dicht dahinter folgen die Badenia für 229 Euro und die Diamona für 750 Euro. Das günstigste Modell im Test kommt von Ikea, die Morgedal Schaummatratze ist für 149 Euro zu haben und landete mit der Endwertung 2,5 immerhin auf dem sechsten Platz.

Die beste jemals getestete Matratze

Besser als alle 20 geprüften aktuellen Kandidaten sind jedoch Modelle aus dem Test von 2015: „Beste von Stiftung Warentest geprüfte Matratze bleibt weiterhin die Bodyguard des Onlineversenders Bett1.de. Auf ihr liegen alle von uns untersuchten Schlaftypen gut. Etwas besser als Casper schnitten in früheren Tests auch die Latexmatratze von Allnatura ab sowie die Federkernmatratze Malie Polar“, heißt es im Testbericht.

Die Bodyguard kann nicht nur mit der Bestnote 1,8 punkten, sondern auch beim Preis, sie ist mit 199 Euro eine der günstigsten Modelle.

Die beiden schlechtesten Matratzen in diesem Test wurden mit „Ausreichend“ bewertet. Die Hn8 Joko von Lidl.de (249 Euro) kam zwar bei den Liegeeigenschaften noch auf die Note 2,6 und bei der Haltbarkeit sogar auf „Sehr gut“, fiel aber mit „Mangelhaft“ in der Schadstoffprüfung durch. Sie enthält laut Test in hohen Mengen das Flammschutzmittel Trichlorprophylphosphat.

Das Schlusslicht im Test ist ausgerechnet das mit 895 Euro teuerste Modell. Die Tempur Sensation 19 schafft nur die Endnote 4,2. Sie bietet wenig erholsamen Schlaf, weil nächtliches Drehen zu sehr anstrengt, stellten die Prüfer fest.

Übrigens: Geld für einen teuren Lattenrost können Sie sich sparen. Stiftung Warentest untersuchte in einem Doppeltest, ob speziell aufeinander abgestimmte Matratzen und Lattenroste Vorteile bringen. Fehlanzeige! „Einige teure Unterfederungen verschlechterten sogar das Liegen. Beschränken Sie sich auf einen starren Lattenrost. Dessen wichtigste Aufgabe ist es, für Belüftung zu sorgen. Das gelingt auch mit günstigen“, raten die Experten.

Den vollständigen Bericht von Stiftung Warentest zum Thema „Matratzen“ finden Sie hier (kostenpflichtig).

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