Mathenia schwärmt von HSV-Rivale Pollersbeck

Reinhard Franke, Rasmus Godau

Christian Mathenia kann so schnell nichts aus der Ruhe bringen.

Doch als der Hamburger SV zuletzt die Verpflichtung von Julian Pollersbeck bekannt gab, musste Mathenia dann doch mal tief durchatmen.

Immerhin wurde da der U21-Europameister an Land gezogen, für den die Verantwortlichen satte 3,5 Millionen Euro an Zweitligist 1. FC Kaiserslautern überwiesen. "Julian ist ein sehr talentierter Torwart, er hat eine EM gespielt, die wirklich fantastisch war", gibt Mathenia im Gespräch mit SPORT1 zu. 

Mit Pollersbecks Unterschrift war das Torwart-Duell bei den Hamburgern eröffnet. Und Trainer Markus Gisdol hat sich noch nicht entscheiden, wer die neue Nummer eins sein wird.

Mathenia kämpft um das Erbe von Adler

"Natürlich würde ich mir wünschen, am ersten Spieltag im Tor zu stehen", sagt Mathenia. "Ich arbeite die ganze Vorbereitung auf dieses Ziel hin."

Seine Chancen, Rene Adler auf Dauer zu beerben, stehen nicht schlecht. Auch wenn er am Dienstagabend im Test gegen Antalyaspor ungestüm einen Elfer verursachte. Denn Konkurrent Pollersbeck gab bereits bei seiner Premiere im HSV-Tor beim 3:5 gegen Holstein Kiel eine deutlich schlechtere Figur ab, als er sich aus knapp 70 Metern düpieren ließ.

Im Test gegen Sparta Rotterdam rutschte dem 22-Jährigen dann auch noch eine harmlose Flanke durch, was Sparta den Treffer ermöglichte.


Schadenfreude empfindet Mathenia deshalb aber nicht: "Ich habe damals bei Darmstadt 98 in Testspielen auch mal daneben gegriffen. Ich glaube, Julian hakt das schnell ab und weiß damit umzugehen."

Mathenia: Pollersbeck "ein guter Typ"

Das Verhältnis der beiden Konkurrenten leide unter dem Zweikampf um den einen Posten ohnehin nicht.

"Beim ersten Training in Hamburg sind wir zufällig in der Küche zusammengestanden, haben dann gemeinsam gegessen und uns ausgetauscht", erzählt Mathenia. "Julian ist ein sehr guter Typ. Wir werden uns jeden Tag dem Trainer beweisen müssen."


Der Tag der Entscheidung naht aber, das weiß auch der 25-Jährige: "Nächste Woche steht das Spiel gegen Espanyol Barcelona an, dann wird sich zeigen, in welche Richtung es geht."  

Die Richtungsfrage wird auch den gesamten HSV betreffend spannend. 

"Ausschlaggebend für eine bessere Saison ist der Start", erklärt Mathenia. "Wichtig wird das erste Spiel in Osnabrück (DFB-Pokal, d. Red.). Da müssen wir voll fokussiert sein. Wir müssen da einen besseren Start hinbekommen als in der vergangenen Saison."

Und wenn es nach ihm geht, steht dabei am besten er zwischen den Pfosten.