Mathematiker erklärt das Problem mit Müttern und Facebook

Manchmal sollten sich Mütter beim Liken zurückhalten. (Bild: ddp images)

Schwierige Kiste, wenn man mit seiner Mutter bei Facebook befreundet ist. Manche Sachen postet man deswegen eventuell nicht, manches erfährt sie trotzdem, und ganz blöd ist es, wenn Mama die eigenen Posts liked. Warum, lesen Sie hier.

Dem Mama-Phänomen auf die Spur kam ein Mann namens Chris Aldrich, dem Folgendes aufgefallen war: Wann immer seine Mutter seine Posts bei Facebook geliked hatte, wurden sie weniger oft von anderen Leuten geliked oder kommentiert. Und da seine Mutter eben seine Mutter war, der quasi von Natur aus alles vom Urlaubsfoto bis zum Aufsatz über Quantenmechanik gefiel, was ihr Sohn postete, war das ziemlich viel.

So funktioniert der “Facebook-Mama-Algorithmus”
Als kluger Kopf kam Aldrich schließlich hinter das, was er den “Facebook-Mama-Algorithmus” nennt. Und der funktioniert so: In dem Moment, in dem Aldrichs Mutter auf “Like” klickt und vor allem, wenn sie das als Erste tut, geht der Facebook-Algorithmus davon aus, der Post hätte einen familienbezogenen Inhalt. “Auch dann, wenn es um theoretische Mathematik geht, ein Bereich, für den sich meine Mama nicht interessiert und von dem sie keine Ahnung hat”, schreibt Aldrich.

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Da der Algorithmus von Facebook darüber entscheidet, wer auf den Post aufmerksam gemacht wird, werden in Folge dessen nurmehr andere enge Familienmitglieder aus der Freundesliste ausgewählt. “Dann sieht ihn die Schwester meiner Mutter und drückt kurz darauf ebenfalls auf Like”, erklärt er weiter. Letztendlich bekämen dann vielleicht nur noch fünf Leute seinen Post zu sehen, mit dem er sich eigentlich an ein völlig anderes Publikum wenden wollte.

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Um das Problem zu beheben, muss man seine Mutter aber nicht gleich bei Facebook entfreunden und den Familienfrieden aufs Spiel setzen. Es reicht schon, einen kleinen Trick anzuwenden. Dafür muss man seine Mutter vor dem Posten bei den Einstellungen ausschließen (zum Beispiel “Freunde ohne Mama”). Und dann, wenn der Post ausreichend viele Leute erreicht hat, kann man die Einstellung wieder zurücksetzen. So ist Mama zwar etwas verzögert, aber immerhin trotzdem noch im Bilde über das, was ihre Kinder so veröffentlichen.