Mathe-Lehrer in Missbrauchsprozess zu Bewährungsstrafe verurteilt

Im Prozess um den sexuellen Missbrauch einer 14-jährigen Schülerin ist ein Mathematik-Lehrer in Frankreich zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Das Strafgericht in Fontainebleau südlich von Paris befand den 31-Jährigen am Montag wegen seiner Beziehung zu dem Mädchen für schuldig und verhängte eine Strafe von 18 Monaten auf Bewährung. Zuvor hatte der Angeklagte Fehler eingestanden. Er habe "völlig die Kontrolle verloren".

Die Staatsanwaltschaft hatte fünf Jahre Haft gefordert, davon zwei auf Bewährung. Das Gericht verband die Bewährungsstrafe mit Auflagen: So darf der Verurteilte nicht mehr mit Minderjährigen arbeiten. Das Unterrichten sei für ihn "ganz klar beendet", er werde nicht mehr gelassen vor eine Klasse treten können, sagte der 31-Jährige vor der Urteilsverkündung.

Er habe "keine Entschuldigung" für seine Tat, sagte der Angeklagte."Wenn ich bei ihr war, war sie einfach meine Freundin und nicht meine Schülerin oder ein 14-jähriges Mädchen", betonte er. "Wir liebten uns und waren ziemlich glücklich zusammen."

Der Stiefvater des Mädchens hatte Anfang November von der Beziehung erfahren und den Lehrer daraufhin in seinem Auto entführt. Der Stiefvater muss sich in Kürze wegen Freiheitsberaubung verantworten.

Die 14-Jährige hatte der Polizei zunächst gesagt, sie sei in ihren Lehrer "verliebt" gewesen. Später sagte sie aus, er habe sie "manipuliert" und sie fühle sich "beschmutzt". Sie wolle nicht, dass es anderen Mädchen genauso gehe.

In Frankreich wird derzeit über das angemessene Schutzalter für einvernehmlichen Sex diskutiert. Die französische Regierung will im kommenden Jahr erstmals ein gesetzliches Schutzalter von 15 Jahren für einvernehmlichen Sex festlegen, wie Präsident Emmanuel Macron am Samstag bei einer Rede zur Gewalt gegen Frauen mitteilte. In Deutschland ist Sex mit Kindern unter 14 Jahren strafbar.