Massiver Anstieg bei Energiekosten belastet Verbraucher auch im kommenden Jahr

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Der massive Preisanstieg bei Strom, Gas und Heizöl hat für Verbraucherinnen und Verbraucher die Energiekosten in diesem Jahr deutlich nach oben getrieben - und auch in den nächsten Monaten zeichnet sich keine Entspannung ab. "Zum kommenden Jahreswechsel ziehen die Energiepreise noch weiter an", erklärte das Vergleichsportal Verivox am Montag. Auch nach Angaben des Portals Check24 gibt es bei zahlreichen Versorgern mit dem Jahreswechsel Preiserhöhungen.

Bereits in diesem Jahr waren bei den Energiepreisen Rekordwerte erreicht worden. Laut Verivox stiegen die Preise für Strom, Gas und Heizöl so stark wie nie. Der Strompreis für Verbraucherinnen und Verbraucher in der Grundversorgung erklomm im Dezember laut Check24 mit durchschnittlich 33,9 Cent pro Kilowattstunde (kWh) ein Allzeithoch.

"Durch gestiegene Kosten bei der Stromerzeugung in Kohle- und Gaskraftwerken, Produktionsrückgängen bei erneuerbaren Energien im Vergleich zum Vorjahr und gleichzeitig großer Nachfrage aus der Wirtschaft, sind die Strompreise aktuell besonders hoch", erklärte Steffen Suttner, Geschäftsführer Energie bei Check24. Zwar entschärften aktuelle Gaslieferungen aus den USA die Situation etwas und der Börsenstrompreis habe in den vergangenen Tagen nachgegeben, bleibe aber hoch.

Beim Gas lagen die Kosten Verivox zufolge für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden (kWh) im Dezember bei durchschnittlich 1704 Euro pro Jahr. Zu Jahresbeginn waren es noch 542 Euro weniger gewesen. Laut Check24 zahlt ein Musterhaushalt mit 20.000 kWh im Schnitt aktuell 1932 Euro im Jahr für Gas - ein Plus von fast einem Drittel (29 Prozent) innerhalb eines Jahres.

Beim Heizölpreis, der im Wesentlichen der Entwicklung der internationalen Rohölnotierungen folgt, gab es mit dem Wiederhochfahren der Weltwirtschaft nach der ersten Corona-Schockwelle ebenfalls einen deutlichen Anstieg. Im Januar 2021 kosteten 100 Liter Heizöl im bundesdeutschen Durchschnitt laut Verivox netto rund 49 Euro; im Dezember waren es dann rund 69 Euro - ein Plus von rund 41 Prozent.

Check24 riet Verbrauchern mit Ölheizung, wenn sie für den aktuellen Winter noch Öl benötigen, den Tank nun zumindest teilweise aufzufüllen. "Die Preise für Heizöl sind zwar weiterhin hoch, aber nicht mehr auf dem Rekordniveau der vergangenen Wochen", erklärte Suttner.

Mit Blick auf das kommende Jahr erwartet Verivox, dass es beim Heizölpreis wegen des steigenden CO2-Preises "voraussichtlich" weiter nach oben geht. Beim Gas werden 2022 zusätzlich dazu höhere Netzgebühren fällig. "Das zwingt fast alle Gasversorger dazu, ihre Preise teilweise kräftig nach oben anzupassen", erläuterte Verivox-Energieexperte Thorsten Storck.

Laut Check24 haben die Gasgrundversorger diesen Winter bereits in 961 Fällen Preise erhöht oder Preiserhöhungen angekündigt. In 20 Prozent der Fälle verdoppelten sich die Preise dabei, 32 Versorger verdreifachten sogar den Preis. An dieser Gaspreiserhöhungswelle sei "nicht zuletzt die steigende CO2-Abgabe schuld", erklärte Suttner. Zudem würden die Versorger gestiegene Einkaufskosten an die Kunden weitergeben.

Beim Strom verzeichnete Check24 am Montag in bislang 499 Fällen Preiserhöhungen oder diesbezügliche Ankündigungen der Grundversorger. "Die meisten davon gelten ab dem 1. Januar - es wird zum Jahreswechsel also noch teurer", erklärte das Portal.

Verivox verwies darauf, dass auch beim Strompreis die Netzgebühren steigen. Trotz der Deckelung der EEG-Umlage, die 2022 von 6,5 Cent auf rund 3,7 Cent pro Kilowattstunde abgesenkt wird, werde sich Strom zum Jahreswechsel deshalb "im Durchschnitt weiter verteuern".

jm/mt

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