"Massiv von den Medien bedrängt": Markus Söder sorgt unfreiwillig für Gelächter bei Maischberger

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Markus Söder plädierte einmal mehr für schärfere Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie. (Bild: ARD)
Markus Söder plädierte einmal mehr für schärfere Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie. (Bild: ARD)

Neben Thüringen und Sachsen ist Bayern derzeit Deutschlands Corona-Hotspot. Seine Politik wollte Ministerpräsident Markus Söder bei Sandra Maischberger aber nicht kritisiert wissen. Vielmehr machte der CSU-Mann andere als Schuldige aus - etwa Jens Spahn und die Medien.

Derzeit diskutiert sich ganz Deutschland einmal mehr die Köpfe heiß. Der zweite Corona-Winter bringt rekordhohe Fallzahlen, steigende Inzidenzen und Schlagwörter wie Booster-Impfung, Impfpflicht - überlastete Kliniken schlagen Alarm. Auch in Sandra Maischbergers ARD-Talkrunde war die aktuelle Pandemielage am Mittwochabend einmal mehr das bestimmende Thema. Auf Markus Söder, der zugeschaltet war, prasselte dabei einige Kritik ein, die Bayerns Ministerpräsident jedoch strikt von sich wies.

Doch der Reihe nach: Bevor Söder zu Wort kam, war sich die Diskussionsrunde über die Qualität seiner Corona-Politik bereits weitgehend einig. Micky Beisenherz teilte etwa aus: "In Bayern fliegen ihm die Infektionszahlen komplett um die Ohren, aber weil ein Markus Söder alleine nicht versagen kann, behauptet er, die ganzen Wissenschaftler hätten es nicht kommen sehen." Dagmar Rosenfeld von der "Welt" erkannte angesichts der massiven vierten Welle ein "totales Politikversagen".

"Ein totales Politikversagen" attestierte "Welt"-Chefredakteurin Dagmar Rosenfeld den Entscheidungsträgern angesichts des Handelns in der vierten Corona-Welle. (Bild: ARD)
"Ein totales Politikversagen" attestierte "Welt"-Chefredakteurin Dagmar Rosenfeld den Entscheidungsträgern angesichts des Handelns in der vierten Corona-Welle. (Bild: ARD)

Markus Söder attackiert "unseren Freund Jens Spahn"

Markus Söder hingegen verteidigte sich und sah die Schuld für die prekäre Situation woanders. Unter anderem stießen dem CSU-Chef widersprüchliche Aussagen zu den Booster-Impfungen sauer auf: "Drosten sagte im August noch, dass Booster-Impfungen vermutlich nur für sehr wenige notwendig sein werden, und die zuständige Stiko empfiehlt sie bis heute nur für über 70-Jährige, obwohl wir es inzwischen besser wissen."

Auch Gesundheitsminister Jens Spahn gab Söder einen Seitenhieb mit: "Der zuständige Chef der gesamten Behörde im Gesundheitsbereich, unser Freund Jens Spahn, hat als Erster das Ende der epidemischen Lage ausgerufen." In den Augen Söders sind nun einschneidende Maßnahmen nötig. "Wir müssen noch einmal massiv impfen, partielle Impfpflichten und einen Lockdown für Umgeimpfte einführen", forderte der Ministerpräsident.

In der neuesten Ausgabe von Sandra Maischbergers ARD-Talk war Bayerns Ministerpräsident Markus Söder zugeschaltet. (Bild: ARD)
In der neuesten Ausgabe von Sandra Maischbergers ARD-Talk war Bayerns Ministerpräsident Markus Söder zugeschaltet. (Bild: ARD)

"Es grassieren zwei Viren im Land, Corona und der Virus der Unvernunft"

Sandra Maischberger ließ jedoch nicht locker und konfrontierte Söder damit, Bayern habe RKI-Empfehlungen ignoriert. Entgegen deren Rat habe man im Freistaat am 1. Oktober Clubs und Diskotheken geöffnet und die Durchführbarkeit von Weihnachtsmärkten angekündigt. "Wir wurden massiv von den Medien bedrängt", versuchte sich Markus Söder aus der Situation zu befreien - doch stattdessen löste er mit der Äußerung Gelächter im Publikum aus.

Zustimmung erfuhr Bayerns Ministerpräsident hingegen für seinen erneuten Appell, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. "Es grassieren zwei Viren im Land, Corona und der Virus der Unvernunft und der Fake-News. Den Geimpften geht das ziemlich auf die Nerven", sagte Söder. "Es gibt die moralische Impfpflicht, sich, den Verwandten und den eigenen Nachbarn zu schützen."

Micky Beisenherz übte harte Kritik an Markus Söder. (Bild: ARD)
Micky Beisenherz übte harte Kritik an Markus Söder. (Bild: ARD)
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