Massenflucht von Muslimen aus Myanmar

Nach den heftigsten Gewaltwellen der letzten fünf Jahre sind mehr als 18.000 Muslime aus Myanmar geflohen. Auslöser der Massenflucht waren die durch eine Angriffsserie von Rohingya-Rebellen auf Sicherheitskräfte ausgelösten Kämpfe im Norden des Bundesstaats Rakhine. Dabei wurden nach Regierungsangaben mindestens 109 Menschen getötet.

Die Internationale Organisation für Migration (IOM) beziffert die Zahl der Rohingya, die in Bangladesch registriert wurden auf 18.445 – die meisten sind Frauen und Kinder. Das Nachbarland Burmas beherbergt nach eigenen Angaben bereits 400.000 Rohingya, die in den vergangenen Jahren über die Grenze kamen. Mindestens 4000 Menschen sind im Niemandsland an der Grenze gestrandet.

Das mehrheitlich buddhistische Burma oder Myanmar sieht die Rohingya als illegale Einwanderer aus Bangladesch, obwohl viele von ihnen schon seit Generationen in dort leben. Die Muslime in Burma gelten als eine der am meisten verfolgten Minderheiten der Welt.

Die Vereinten Nationen verurteilten die Angriffe der Rohingya-Rebellen, verlangten aber von Myanmar, bei Gegenangriffen Zivilisten ungeachtet ihrer Volkszugehörigkeit zu schützen. Bangladesch forderten sie auf, den Flüchtlingen uneingeschränkten Zutritt zu gewähren. Aus Myanmar hieß es, man habe das Recht sich zu verteidigen. Gleichwohl seien die Sicherheitskräfte angewiesen worden unschuldige Zivilisten zu schützen.