Maskenpflicht für vollständig Geimpfte: Lauterbach lehnt Aufhebung ab

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Karl Lauterbach warnt vor einer vorschnellen Aufhebung der Maskenpflicht (Bild: REUTERS/Hannibal Hanschke)
Karl Lauterbach warnt vor einer vorschnellen Aufhebung der Maskenpflicht (Bild: REUTERS/Hannibal Hanschke)

Gesundheitspolitiker von SPD und Grünen lehnen die Forderung nach einer Aufhebung der Maskenpflicht für vollständig Geimpfte ab.

"Der Vorschlag geht in eine völlig falsche Richtung", sagte der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) ab. Neben dem Restrisiko einer Corona-Infektion oder Weitergabe lasse sich die generelle Maskenpflicht in diesem Fall kaum noch wirksam durchsetzen. Auch der Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen bezeichnete den Vorschlag im RND-Interview als "äußerst riskant".

Andere Situation als in USA

Gefordert hatte dies der Vorstandschef der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz, Peter Heinz. Ohne einen solchen Anreiz "bleiben wir irgendwann mit dem Impfen stecken", sagte er. Lauterbach entgegnete, dass in den USA - wo Maskentragen für vollständig Geimpfte in vielen Fällen nicht mehr nötig ist - eine andere Lage vorherrsche. Während in Amerika die Impfbereitschaft in der breiten Bevölkerung zu gering sei, gebe es in Deutschland dagegen eine hohe Impfbereitschaft, aber noch zu wenig Impfstoff, sagte der SPD-Politiker.

Als "ordnungspolitische Katastrophe" bezeichnete Eugen Brysch, Vorstand der Stiftung Patientenschutz, die Überlegung der Kassenärzte. Die Maskenpflicht wäre dann nicht mehr zu kontrollieren. "Wir können schlecht unsere Impfausweise vor uns hertragen", sagte Brysch. Aus seiner Sicht spiele die Diskussion den Corona-Kritikern in die Hände, sorge für Frust und sei "fahrlässig".

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