Masi: Warum die Strafpunkte vorerst nicht geändert werden

Norman Fischer
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Nach der Strafe von Lewis Hamilton in Sotschi für seine Startübungen, die ihn fast an den Rand einer Rennsperre gebracht hatten, kam Kritik an der Vergabe von Strafpunkten in der Formel 1 auf. Die Fahrer waren sich einig, dass Punkte nur für sicherheitsrelevante Verstöße vergeben werden sollten. In Portimao erhielten jedoch gleich drei Fahrer einen Strafpunkt für das mehrfache Überschreiten der Track-Limits.

Das heißt laut Rennleiter Michael Masi aber nicht, dass die Rennkommissare den Wunsch der Fahrer bezüglich der Strafpunkte missachtet hätten. "Das kann man nicht sagen", betont Masi. Vielmehr seien den Kommissaren diesbezüglich die Hände gebunden, weil die Strafen automatisch eine gewisse Punktzahl aus dem Katalog triggern.

Und diese können nicht während einer Saison geändert werden. "Zu Beginn jedes Jahres sitzen die FIA und alle Teamchefs zusammen und überarbeiten den Strafenkatalog und die Richtlinien, an die sich die Rennkommissare halten, und werden sich über die Strafen und die angehängten Strafpunkte einig", erklärt Masi. Das sei auch mit allen Fahrern besprochen worden.

"Das wäre eine schlechte Führung"

Jährlich überprüfe man den Katalog und die Relevanz der einzelnen Strafen. "Aus Teamsicht ist es daher keine Überraschung, wofür Strafpunkte vergeben werden und wofür nicht. Wir haben das beim Fahrermeeting diskutiert und gesagt, dass wir die gleiche Überprüfung auch für 2021 vornehmen werden", erklärt der Rennleiter.

"Das ist aber nichts, das wir während eines Jahres und inmitten einer Saison ändern. Den Fahrern wurde gesagt, dass es keine Veränderungen geben wird. Das wäre eine schlechte Führung", so Masi.

Hamilton war in Sotschi durch seine Strafpunkte auf zehn Zähler gekommen - ab zwölf gibt es eine Sperre für ein Rennen. Unüblicherweise strichen die Kommissare die Punkte im Nachhinein jedoch wieder. Dennoch hält der Mercedes-Pilot auch in dieser Wertung mit acht Zählern die Spitzenposition.

Zur Übersicht der Strafpunkte 2020

Track-Limits: "Beste Lösung unter den Umständen"

Zu sprechen kommt Masi auch noch einmal auf das Thema Track-Limits, das in Portimao im Fokus stand, nachdem alleine am Freitag mehr als 120 Vergehen gezählt wurden. Er betont, dass sich die FIA in der Vergangenheit zahlreiche Lösungen angeschaut habe - seien es Messschleifen, verschiedene Randsteine oder verschiedene Auslaufzonen.

"Ist die Lösung, die wir hier mit den Schleifen haben, ideal? Vermutlich nicht, aber es ist die beste, die wir unter diesen Umständen haben. Sie scheint ihre Arbeit ziemlich gut zu machen." Das Credo: Die Lösung muss konstant und für jedes Auto wiederholbar sein.

"Wir schauen uns die Technologie, physischen Lösungen und so weiter fortwährend an - und das nicht notwendigerweise über den Winter", so Masi. "Das ist etwas, auf das wir schon geschaut haben und auf das wir noch weiter schauen werden."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.